Konventionelles, Unkonventionelles, Tipps und Tricks zur Fotografie

Test: Triopo Kamerastativ MX-1327: günstige Stative aus China

In diesem Artikel möchte ich mein neues Triopo „MX-310“ Kamerastativ vorstellen. Es gehört schon zu der größeren Klasse, also genau richtig für eine hohe Arbeitshöhe und schwere Kameras. Doch taugt es was? Schauen wir uns das 99 Euro Modell genauer an.

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Das Triopo MX 1327 TripodVor einiger Zeit hatte sich mein altes Stativ für die Kamera verabschiedet: Die Klemmen an den Beinen, welche für das Arretieren jener zuständig sind, sind teilweise gebrochen. Ich weiß auch, wie dies passieren konnte: Ich nutzte das Kamerastativ im Winter bei Minusgraden und das Plastik verlor dann an Flexibilität. Es brach unter Belastung.

Ein neues Fotostativ

Nun sollte also ein neues Stativ her. Wichtig war mir diesmal, dass man die einzelnen Beine per Drehen arretieren kann, damit mir das mit den gebrochenen Plastikklemmen bei zu kalten Temperaturen nicht noch einmal passiert. Zweitens muss die Arbeitshöhe entsprechend groß sein, damit ich die Kamera bei Architekturaufnahmen möglichst wenig verschwenken muss (hohe Arbeitshöhe, um stürzende Linien zu verhindern). Ich besitze zwar auch ein echtes Shift-Objektiv. Jedoch arbeite ich auch mit „starren“ Objektivkonstruktionen. Und diese wollen oftmals entsprechend hoch positioniert sein. Ferner soll das Fotostativ natürlich im zusammen geschobenen Zustand recht kompakt sein und dabei einigermaßen leicht. Da ich auch mit größeren Mittelformatkameras arbeite, ist es natürlich wichtig, dass eine gewisse Stabilität gewährleistet ist.

Ein Hersteller namens Triopo

das MT25L im zusammen geschobenen ZustandMittlerweile besitze ich auch den „kleinen Bruder“. Das MT25L ist ein leichtes, sehr kompaktes, dabei aber stabiles Reisestativ.

Nach einiger Recherche im Netz bin ich dann am Markennamen „Triopo“ hängen geblieben. Über die Stative von Triopo liest man eigentlich nur positive Kommentare. Wahrscheinlich ist dies sicherlich keine echte Marke. Vielleicht werden die Modelle auch unter einem anderen Namen vertrieben, wie es so öfter mal mit „China-Produktionen“ solcher Art der Fall ist. Im Foto-Brenner-Katalog gibt es optisch ganz ähnliche Stative (B.I.G.). Offenbar handelt es sich dabei um an Gitzo orientierte Stative. Wie dem auch sei: Nachdem ich bereits sehr gute Erfahrungen mit dem äußerst günstigem China-Blitz „Yongnuo“ gemacht hatte, entschloss ich mich für den Kauf eines Stativs aus dieser „Ecke“, für das Modells „Triopo MX-1327“ also, welches teilweise auch mit dem Beinamen „Snow Leopard“ angeboten wird.
Weiterhin waren meine Gedanken in folgende Richtung gelenkt: Auch viele Markenhersteller lassen ja bekanntlicherweise in Fernost produzieren. Was den Günstigfisch hierzulande vom Rügener Fisch unterscheidet ist ja nun nicht das Wassertier selbst, welches sich in der Dose befindet, sondern lediglich die Marinade drumherum, von welcher man sich letzten Endes nicht ernärt. Kurzum: Ich wollte es erneut mit einem solchen billigen Produkt versuchen.

Das Triopo MX 1327

Hier ein Foto des Triopo MX-1327:

*Sie wollen weg von simplen Knipsbildern? Dann benötigen Sie einen Roten Faden, einen persönlichen Ansatz zu Serien und fotografischen Projekten. Nur so werden Sie von Kritikern ernst genommen. Auf Amazon kann man einen Blick in dieses Buch werfen.

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Stativ mit Tasche

Auf den Bildern, die ich vorher im Netz gesehen hatte, machte es bereits einen stabilen Eindruck. In natura kann ich dies ebenfalls bestätigen: Alles ist gut verarbeitet, die Verbindung der drei Beine oben ist solide gelöst, die Arretierung der Mittelsäule ist ausreichend fest. Im Hintergrund ist die (gepolsterte) Tasche abgebildet, welche im Lieferumfang enthalten ist. Einzig dass an den Hartgummi-Fußenden noch leicht etwas Klebstoff sichtbar ist, schmälert den optischen Eindruck etwas. Weitere obligatorische Features sind eine Libelle (Wasserwaage) und ein Griffpolster. Die Wasserwaage benötige ich selbst nicht, da ich ohnehin einen Kugelkopf auf dem Stativ nutze. Ferner zeigte die Wasserwaage nach einiger Zeit keine Funktion mehr!

Maße und Gewicht des Stativs

großes Kamerastativ

Stativ von TriopoDas Wichtigste bei einem Stativ: Das Rückgrat sozusagen. An der hammerschlag-lackierten Gelenkplatte sind die drei Beine so angebracht, dass sie sich in drei Stufen abwinkeln lassen. Der Drehknauf darüber ist aus Metall. Der alte Manfrotto-Kugelkopf wird per 3/4-Gewinde fest auf das Stativ geschraubt.

Wie gesagt: Das Triopo ist ein relativ großes Stativ. Zieht man beide Beinsegmente ganz raus, erhält man vom Boden bis zur Kopfplatte eine Größe von ca. 153 cm. Zieht man zusätzlich noch die Mittelsäule heraus, kommt man auf eine maximale Höhe der Kopfplatte von 175 cm. Das ist durchaus stattlich. Zumeist benötige ich die (recht stabile) Mittelsäule nicht, da man ja zur Höhe des Stativs auch noch die Höhe des Kopfes (nicht die des eigenen ^^) hinzu berechnen muss. Mit einer Körpergröße von 1,85 m habe ich bei voll ausgezogenen Beinen aber nicht ausgezogener Mittelsäule mit dem aufgesetztem Kugelkopf genau die richtige Höhe, um aufrecht stehend durch den Sucher meiner Spiegelreflexkamera blicken zu können.

Zusammen geschoben misst das Stativ ca. 70 cm. So kann ich es noch in meinem Rucksack transportieren. Ein Teil des Stativs schaut dann freilich oben noch heraus. Bei mir sind es die Beine, denn ich trage es mit dem Kopf (Schwerpunkt) nach unten.

Das Gewicht beträgt ohne Kopf ca. 1,79 kg. Es ist also durchaus noch als leicht zu betrachten.

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Apropos Stativkopf

Ein Kopf ist bei meinem Stativ nicht dabei gewesen. Sonst hätte es nämlich auch keine 99 Euro gekostet (es gibt dieses Stativ aber auch in Kombination mit einem Kopf, ebenfalls von Triopo). Ich selbst nutze einfach weiterhin den stabilen Kugelkopf meines alten Stativs. Beim Triopo-Stativ wird ein Doppelgewinde-Bolzen mitgeliefert: Er erlaubt entweder die Montage eines Kopfes mit dem großen 3/8 Zoll Gewinde oder eines mit dem kleineren („normalen“) 1/4 Zoll Gewinde, welches sich an so gut wie jeder DSLR und Sucherkamera befindet. Hier ein Bild der Mittelsäule mit der Kopfplatte:

*Deutlich günstiger als die Originale: Das stabile und große Triopo Stativ aus Carbon ist für schwerere Kameras gedacht, ist dabei aber noch ausreichend leicht und lässt sich individuell verstellen, bei Amazon.

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Mittelsäule

Die Mittelsäule hat an beiden Enden ein 3/8-Zoll-Gewinde. An einem Ende kommt die Schraube zum Aufnehmen der Stativplatte. An das andere Ende kann der mitgelieferte und gefederte Haken angeschraubt werden. Dieser (versenkbare) Haken ist sehr praktisch, kann er die Stabilität des Stativs doch noch um so einiges erhöhen:

Mittelformatkamera auf Stativ

Hier sehen Sie meine alte Mittelformatkamera auf dem Stativ. Am Stativhaken habe ich meinen Rucksack gehangen. Zusätzlich, dass man nun freilich bequem alle Kamereraelemente (Objektive, Belichtungsmesser, Drahtauslöser, Filter, …) prima bereit hat und eine „Ablage“ dazu, sorgt das Gewicht des Rucksacks doch noch für weitere Stabilität. Obacht bei Wind: Dann schwingt das angehängte Gewicht. Hier verzichte ich besser darauf oder stoppe es mit den Beinen ab.

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Verstellmöglichkeiten

Das Triopo kann die drei Beine in genau drei Stufen abspreizen: Es gib den Standardwinkel wie auf dem obigen Foto zu sehen, eine Mittelposition und ein sehr gespreizte Position:

*Ein kompaktes Reisestativ inklusive Kugelkopf. Durch den Trick, dass sich der Kopf beim Zusammenlegen innerhalb der Beine befindet, erhält man ein Packmaß von nur 35 cm! Weiterhin lässt sich ein Stativbein als Einbeinstativ umfunktionieren. Bei Amazon gibt es dieses kompakte und stabile Stativ zum gewohnt günstigen Preis.

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Stativ für Naturfotografie

Durch die gespreizten Beine des Stativs lässt sich die Kamera in einer sehr tiefen Position fest installieren Ideal z. B. bei der Naturfotografie, wenn es darum geht, erdnahe Gewächse zu fotografieren. Möchte man mit der Kamera noch tiefer, geht dies aber auch:

Makroaufnahmen mit Stativ

Hier habe ich einfach den Haken von der Mittelsäule geschraubt und jene aus der Führung gezogen. Danach habe ich die Mittelsäule von unten wieder hineingeschoben und sie mit dem oberen Drehring arretiert. Nun kann man die Kamera auch bis direkt über dem Boden positionieren. Sind einem die Beine dann im Bild, kann man jene auch noch ganz ausziehen und den Winkel etwas verstellen.Hier folgt noch ein weiteres Foto:

das Triopo Stativ MX1327

Natürlich müssen nicht alle Beine des Triopo MX-1327 auf dem Boden stehen: Man kann sie individuell je nach Situation verstellen. Ein sehr universales Stativ für einen sehr günstigen Preis. Meines hatte ich bei Amazon erworben. Mittlerweile (derzeit) ist der Preis der Carbon-Version fast an jenen für die Leichtmetall-Version (die ich habe) heran gerückt.

Zubehör

Zum Lieferumfang gehört die schon erwähnte Stativtasche sowie ein Inbusschlüssel. Die Tasche ist gepolstert und es lassen sich Stative mit einer maximalen Länge von ca. 78 cm darin unterbringen. Die Stativtasche muss ja etwas länger als das Stativ selbst (70 cm) sein, damit noch der Kopf mit hinein passt.

*Für kleinere Kameras und sofern man das Stativ nur gelegentlich nutzt, eignen sich auch jene der ganz günstigen Stative für z. B. Nachtaufnahmen. Gesehen auf Amazon.

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Nachteile

Zugegeben: Ich habe das Triopo noch nicht lange, kann also noch keinen Bericht über die Beständigkeit im Einsatz abliefern. Mittlerweile arbeite ich regelmäßig seit ca. einem Jahr mit dem Stativ. In diesem Artikel kann ein Fotofreund Positives über einen zweijährigen Einsatz berichten. Allerdings geht es hier um die teurere Carbon-Alternative des Triopo-Stativs. Die Verbindungselemente scheinen aber die gleichen zu sein und gerade bei denen ist es ja wichtig, genau hinzusehen. Bei dem MX-1327 sind die Beine aus Metall.

So muss gesagt werden, dass die Schraubarretierungen (Beine und Mittelsäule) aus Plastik sind (nicht aber die Schraubarretierung der Mittelsäule, die ist aus Metall). Hier liegt allerdings keine Last auf (wie bei Klemmarrettierungen), so dass ich hier recht zuversichtlich bin. Die Zeit wird’s zeigen. Innerhalb des letzten Jahres hatte ich hier keinerlei Probleme feststellen können.

Ferner hatte ich ein kleines Problem mit der Tasche: Beim Schulterpolster des Traggurtes hat sich mir gleich mal eine Naht gelöst. Nun wird der Hersteller der Tasche sicher nicht Triopo selbst sein, so dass ich darüber noch hinwegsehen möchte. Auch hatte ich bereits erwähnt, dass bei meinem Stativ die kleine Wasserwaage an der Gelenkplatte bald ihren Dienst versagte. Sieht man darüber hinweg, ist das Triopo ein Stativ, welches bei mir stets gute Dienste verbrachte.

Pflege und Wartung des Stativs

Kürzlich ist mir etwas passiert, was ich niemandem wünsche: Ich hatte mein Stativ aus Versehen in Scheiße gestellt, kein Scherz. Und als ob dies nicht bereits genug gewesen wäre, bemerkte ich das Malheur erst, als ich die Stativbeine nach dem Fotografieren zusammen schieben wollte 😀
Tja, so kann’s gehen. Also ging das Triopostativ nach groben Säubern zu hause erst einmal unter die Dusche. Nach dem Säubern bemerkte ich aber schnell, dass sich nun Wasser innerhalb der Stativbeine befindet. Jene kann man aber ganz problemlos auseinander bauen bzw. vollständig zerlegen. Man muss nur die Arretierungsringe vollständig lösen.
Weiterhin ist zur Wartung von diesem Foto-Stativ zu beachten, dass ab und an mal die Schrauben an der Stativplatte („Rückgrat“) nachgezogen werden sollten. Hierzu benötigt man aber einen zweiten Inbusschlüssel zum Gegenhalten. Der mitgelieferte Inbusschlüssel alleine reicht hierzu nicht aus.

Fazit nach 12 Monaten im Gebrauch

*Deutlich günstiger als die Originale: Das stabile und große Triopo Stativ aus Carbon ist für schwerere Kameras gedacht, ist dabei aber noch ausreichend leicht und lässt sich individuell verstellen, bei Amazon.

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Ein Nachtrag zum Artikel: Ich habe nun die letzten Monate sehr häufig mit dem Triopo-Stativ gearbeitet – sowohl draußen in vollem Auszug als auch drinnen für Reproduktionen, für die ich die Mittelsäule umkehre um eine bodennahe Aufsicht gewährleisten zu können. Es hat mich bisher in seiner Grundfunktionalität nicht im Stich gelassen. Nur vier Makel konnte ich feststellen:

  1. Die Wasserwaage ist ausgetrocknet.
  2. Die Tasche ist nicht sehr stabil und kann einreißen.
  3. Ich muss mit dem mitgelieferten Inbusschlüssel ab und zu mal die Gelenke nachziehen. Allerdings benötigt man hierzu einen zweiten Schraubschlüssel zum Gegenhalten. Hier passt ein Inbusschlüssel, welcher immer bei vielen Ikea-Möbeln mitgeliefert wird.
  4. Dreht man häufig die Mittelsäule um (für Bodennahe Aufnahmen / Stativkopf nach unten), so verrutscht manchmal ein Klemmring innerhalb der großen Arretierungsschraube (Flügelschraube). Lösung: Diese Schraube ganz heraus drehen und den inneren Klemmring wieder korrekt positionieren.

Wenn man sich so eine Billigvariante der wesentlich teureren Markenprodukte kauft, sollte man sich auf derlei Fehler einstellen. Doch in seiner Grundfunktion ist es ein schön großes und sehr solides, dabei noch leichtes Stativ. Ich kann tatsächlich nicht klagen.
Man sagt ja: „Billig gekauft ist zweimal gekauft.“ Ich – als Student – nutze viele Geräte aus Fernost, die sich an jenen der Originalhersteller orientieren. Ich selbst habe da bisher kaum schlechte Erfahrung machen können. Sicher wird mein Stativ kein Produkt fürs Leben sein, wie man es vielleicht von einem Manfrotto- oder Giottos-Stativ behaupten möchte. Doch 10 Jahre Gebrauchszeit würde ich dem Gerät durchaus zutrauen, vielleicht sogar etwas mehr.

Nutzen Sie / Nutzt Du ebenfalls eine günstige Stativalternative aus China? Welches Modell ist es und wie zufrieden bist du damit?

Artikeldatum: 12.09.2014 / letzte Änderung: 20. Februar 2017

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