Lomo - Modifikation Ausgefressene Ränder um Fotos

Eigentlich lassen sich Ränder bei Fotografien entweder nur durch Selbstvergrößern realisieren, oder eben durch Bildbearbeitung am Computer erzeugen. Es gibt aber auch eine andere, wenn auch recht gewagte, Möglichkeit, einen schwarzen, ungleichmäßigen Rand um ein Foto auf Film zu zaubern.

eingeklebter Karton in einer Kamera für schwarze Ränder
Durch etwas dünnen Karton in der Kamera entsteht ein ungleichmäßiger, schwarzer Rand um das Foto.

Ränder um Fotos können ziemlich ansehnlich wirken, gerade, wenn sie ungleichmäßiger Natur sind. Irgendwann können sie aber auch wieder nerven. Darum habe ich mir bei diesem Experiment lediglich meine Ersatz Lomo Smena Symbol geschnappt und sie zum “Randeinbelichter” umfunktioniert. Zu beachten ist allerdings, dass diese “Modifikation” nur bei Kameras mit Zentralverschluss machbar ist. Bei einem Schlitzverschluss wäre hier das Tuch oder wären die Metalllamellen im Wege. Ohnehin eignet sich so etwas eher für die recht simplen und billigen Lomo-Kameras.
Hierfür werden einfach vier schmale Streifen aus Fotokarton zurecht geschnitten, um sie mit doppelseitigem Klebeband oder mit ein wenig Sekundenkleber wie auf dem Foto links in die Bereiche der Kamera zu kleben, über die später der Film liegt. Schwarzer Karton wäre hier – zwecks absorbieren des Lichts bzw. Vermeidung von Reflexionen – sicherlich sinnvollerer gewesen. Ich hatte nur keinen und die hiermit gemachten Bilder sollen ja auch nicht perfekt werden – im Gegenteil.

Der Film wird nun an den Stellen, wo sich der Karton befindet, nicht belichtet bzw. bleibt im Positiv schwarz, was die dünnen (teils ausgefressenen) Rahmen ergibt. Nimmt man sich eine Lupe, wird man schnell die einzelnen Fasern und Unebenheiten der Pappe sehen, die sich genau so dann natürlich auch auf dem fertigen Foto abbilden werden – nur eben vergrößert.

Leider werden sich die Unebenheiten des Kartons während eines Films nicht von Foto zu Foto verändern. Verbiegt und verformt man die Kanten der Pappe vor dem Einlegen des nächsten Films, erhält man zumindest hier dann etwas Abwechslung, was die Ränder angeht.

Alternativ kann man hierbei auch abgerundete Ecken sehr einfach erzeugen, wenn man den Karton in einem Stück einklebt und entsprechend in der Kamera ausrichtet bzw. an den Ecken etwas abrundet. Und natürlich kann man das Prinzip – zumindest bei Kameras aus Plastik – auch umkehren: man feilt einfach die Ränder der Filmführung auf. Nur rückgängig machen kann man dies eben nicht mehr.

Fotos mit schwarzem Rand

schwarzer Rand um ein Foto

Beim ersten Versuchsfilm, wie bei dieser Doppelbelichtung (ein Redscalefilm) ersichtlich, hatte ich es mit dem Rand etwas übertrieben – dieser ist bei Kleinbild noch zu grob. Man muss ja beachten, dass die Rahmen später auch noch stark vergrößert werden. Ich habe den Karton dann einfach noch ein bisschen mit einem Skalpell “rasiert”. Bei diesem Foto werden die schwarzen Ränder sogar noch durch die doppelte Belichtung dupliziert. Das Prinzip sollte aber klar sein.

Dia mit Crossentwicklung
noch ein Foto im Crossprozess entwickelt mit Rand
Auch hier wurde jeweils ein Rand direkt in der Kamera mit einbelichtet. Für meinen Geschmack ist er immer noch zu ausgefressen und fransig - wenn auch dezenter als beim ersten Foto. Beim nächsten Mal werde ich es einmal mit glatterem Karton probieren. Beides sind Bilder mit meiner Smena Symbol auf Ferrania Solaris gemacht. Da ich bei meinen Filmen nur die Negative entwickeln lasse (und diese selbst scanne), kann ich nicht sagen, ob das Labor die Ränder für Papierabzüge nicht evtl. automatisch wegschneidet. Eventuell muss man hier davon ausgehen, da die Maschine so etwas als Fehler ansehen könnte.

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