Konventionelles, Unkonventionelles, Tipps und Tricks zur Fotografie

Einen externen Blitz manuell benutzen

Viele Kameras besitzen einen eingebauten Blitz. Sei es, man hat eine Kamera ohne einen solchen, man ist mit diesem nicht zufrieden, weil er zu dunkel ist, oder aber man möchte das Blitzlicht extern entfesselt und völlig manuell von einer anderen Position einsetzen – bei der richtigen Bedienung eines externen Blitzgerätes ist einiges zu beachten, wenn man manuell blitzen möchte – im Prinzip aber nur drei Dinge: die Entfernung zum Motiv und die Blende bei Berücksichtigung der ISO-Empfindlichkeit des Sensors bzw. Filmes.

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ein einfaches Blitzgerät
Die Leistung eines ganz normalen Blitzes zum Aufstecken auf die Kamera lässt sich genau berechnen und ein solches einfaches Gerät lässt sich durchaus für ausgefallenere Blitzlösungen nutzen.

Der Begriff Strobist ist in den letzten Jahren zum Synonym für die kreative Verwendung von einfachen (und gebraucht sehr günstigen) Aufsteckblitzen geworden, ohne auf TTL-Automatiken angewiesen zu sein. Statt also aufwendige Lichtsituationen mittels großen Studioblitzlampen zu erzeugen, wird versucht, solche Situationen auch mit den kompakten, batteriebetriebenen Blitzgeräten zu erreichen, welche hauptsächlich für das Aufstecken direkt an die Kamera gedacht sind. Aber auch da günstige Blitz-Funkauslöser bzw. „Trigger“ kein TTL-Signal übertragen können, muss man sich an dieser Stelle Gedanken über eine manuelle Arbeitsweise mit dem Aufsteck- bzw. Systemblitz machen (und nicht unbedingt nur einen einzigen). Als „Strobisten“ werden neuerdings also jene Zeitgenossen bezeichnet, die ihre Motive mittels Aufsteckblitzen ausleuchten und es schaffen, dass diese Bilder dann eben nicht nach den typisch „totgeblitzten“ Fotos aussehen. Auf das typische Studiozubehör muss hierbei auch nicht verzichtet werden: Es lassen sich hier natürlich genau so gut Aufheller, Reflektoren und (kleine) Diffusoren benutzen. Hier kann man sich aber auch vieles selbst basteln. Ferner wird das Entfesselte Blitzen, also das installieren des Blitzes / der Blitze entfernt von der Kamera zum wichtigen Standardgriff werden. Weiter unten präsentiere ich ein sehr einfaches Lichtset mit nur einem alten, simplen Blitz entfesselt und indirekt auf einen Reflektor geleitet. Der Begriff „Strobist“ hat keinesfalls etwas mit einem Stroboskop zu tun. Er stammt von einem gewissen Strobisten – In diesem Blog wird sich sehr mit der erweiterten Verwendung mit einfachen Aufsteckblitzen auseinander gesetzt.

In meinem Artikel soll es aber in erster Linie um Folgendes gehen:

Wie benutze ich ein Blitzgerät völlig manuell? Wie kann ich auf unkontrollierbare TTL-Automatik verzichten bzw. wie benutze ich ältere rein manuelle, günstige Blitzgeräte und gelange dennoch zu einer korrekten Belichtung?
Blitzgeräte mit Leitzahl Tabellen
Ich habe meine Blitzgeräte mit einem Blitz-Belichtungsmesser durchgemessen und mir einen Index erstellt (Ich habe die Leitzahl ausgerechnet), mit dem ich wiederum die jeweilige einzustellende Blende für jede beliebige Entfernung ermitteln konnte. Die jeweils so erstellte Tabelle habe ich mir dann auf die Blitzgeräte geklebt. Meine eigene ermittelten Werte weichen allesamt von den Herstellerangaben ab – diese sind zu großzügig angegeben, was allerdings auch dem Alter der Blitzgeräte geschuldet sein könnte.

Auch hier gillt: Der Meister versteht es, auch ohne Automatiken zu arbeiten – Denn, wer das Prinzip verstanden hat, der kennt auch die Tücken und weiß, Automatiken korrekt für sich arbeiten zu lassen (außerdem kann man nur so die vielen, heute günstig erhältlichen, manuellen Blitzgeräte richtig bedienen). Es sei erwähnt, dass die sehr einfachen, aber dafür äußerst günstigen Funkauslöser für das entfesselte Blitzen (das Blitzgerät befindet sich abseits der Kamera) kein TTL-Signal, also keine Automatik-Signale übertragen. Spätestens an dieser Stelle muss man beginnen, die Technik, die Zusammenhänge beim Blitzen zu verstehen. Dieser Artikel ist zwar recht lang geworden, aber keine Angst – die „Basics“ zum manuellen Blitzen hat man sich mit etwas Übung recht schnell beigebracht.
Aber als erstes sollte man doch ein Grundverständnis dafür besitzen, wie so ein Blitz eigentlich funktioniert bzw. was die Kamera davon hält bzw. was am Fotoapparat einzustellen ist. Völlig automatisierte TTL-Kamera-Blitzkombinationen eignen sich wenig zum Verständnis darüber, wie der Aufbau von Blitz und Kamera eigentlich funktioniert, genau so wenig, wie man die Grundprinzipien der Fotografie schlecht an völlig automatisch funktionierenden Kameras erlernen kann.
In diesem Artikel soll es also darum gehen, was man an der (manuellen) Kamera einstellen bzw. beachten muss, benutzt man diese in Kombination mit einem herkömmlichen Blitz fester Leistung bzw. Leitzahl (LZ) als Aufsteckblitz oder aber auch als entfesselte Variante. Bei der Kamera muss manuell zumindest die Blende und bei der Digitalkamera zusätzlich der ISO-Wert einstellbar sein (oder ein fester Wert bekannt sein). Mit der Änderung der Belichtungszeiten kann man hierbei experimentieren, denn die Verschlusszeit ist beim Blitzen in erster Linie tatsächlich nicht relevant (was die Sache schon einfacher macht).
Am Blitzgerät selbst sollten alle Einstellungen auf manuell stehen, sofern man nicht ohnehin ein altes, manuelles benutzt.

Blitzlicht digital / analog

*Das günstigste Blitzgerät: Ein kleines Blitzgerät universal für alle Kameras mit Standard-Blitzschuh mit manuellem Betriebsmodus sowie Automatik von Unomat bei Amazon.

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Ob man nun ein Blitzlicht an einer Digitalkamera oder an einer analogen Kamera benutzt, ist für die Theorie und Praxis völlig egal. Die Parameter Blende, Motivabstand und Iso-Wert gibt es bei beiden Kameras – bei einer analogen Kamera ändere ich den „ISO-Wert“ nicht mit dem Ändern des entsprechenden Schalters sondern nur mit der Wahl eines anderen Filmes! Der ISO-Schalter an einer analogen Kamera dient nur zum Eichen des eingebauten Belichtungsmessers auf den verwendeten Film. Dieser eingebaute Belichtungsmesser ist für das manuelle Blitzen völlig ohne Belang. Es gibt auch keinen technischen Unterschied zwischen einem dreißig Jahre alten „analogen“ Blitz und einem modernen – beide machen das gleiche Licht!
Ob die Kamera nun also analog bzw. digital arbeitet, ist bei meiner kleinen Anleitung völlig egal – Das Wort „Film“ ersetze man dann einfach mit „Sensor“.
Jeder alte Standard-Aufsteckblitz kann theoretisch auch von jeder modernen Kamera mit Blitzschuh angesteuert werden, da es überall den „Mittenkontakt“ gibt, welcher ein simples Signal überträgt. Nur bei modernen Kameras von Sony und Minolta könnte es zu Schwierigkeiten bei der Benutzung eines alten Blitzes kommen, da diese
einen Blitz-Aufsteckschuh besitzen, welcher etwas von der Norm abweicht bzw. keinen klassischen Mittenkontakt haben. Dass es speziell moderne Blitzgeräte für spezielle Marken (also Canon für Canon; Nikon für Nikon usw.) gibt, hat nur etwas mit der TTL-Automatik zu tun. Hier hat jeder Hersteller seine eigene Technik. Die Geräte sind, was die reine Automatik anbelangt, meines Wissens nach nicht für andere Hersteller kompatibel.

die gefährliche Zündspannung älterer Blitze

Es ist vielerorts zu lesen, dass die – teilweise enorm hohen – Zündspannungen alter Blitzgeräte moderne Kameras zerstören können. Mir ist diesbezüglich noch nichts passiert (ich arbeite aber auch fast nur mit uralten Kameras, bei denen der Blitz völlig mechanisch synchronisiert wird). Dennoch übernehme ich hier keine Haftung für zerstörte digitale Spiegelreflexkameras!
Auf der sicheren Seite ist man, wenn man einen Trigger – ein Funkauslöser-System benutzt (- zumindest, was die Sicherheit der Kamera anbelangt). Hier wird ja keine Spannung übertragen – sondern nur das Blitzsignal. Ob der Sender des Blitz-Funkauslöser-Systems nun mit einer erhöhten Spannung klar kommt, ist allerdings wieder eine andere Geschichte. Bei mir sieht es so aus: Meine Nikon D 70 hat überhaupt keine Probleme mit meinen alten Blitzen (der stärkste hat eine Zündspannung von ca. 70 Volt). Meine Canon Powershot G3 allerdings schon: Entweder sie schickt kontinuierlich ein Signal an den Blitz, oder aber es passiert überhaupt nichts.
Zerstört habe ich mir aber noch kein Gerät. Mittlerweile habe ich mir ein Set günstiger Funkauslöser zugelegt. Diese werden z. B. unter der Bezeichnung „Cactus“, „Phottix“ oder „BIG“ vertrieben. Mein 70-Volt-Blitz wird durch ein solches Triggersystem zuverlässig ausgelöst.
Man kann aber auch den Yongnuo RF-603 Funksender auf die Kamera stecken und den alten Blitz „huckepack“ nehmen (ohne die Funkauslöser-Funktion selbst zu nutzen). Der Funksender fungiert dann sozusagen als Zwischenstück und meiner hatte auch mit hohen Zündspannungen keine Probleme.

Leitzahl, Blende und der Abstand zum Motiv

Die Leitzahl wird sicherlich einer dieser fotografischen Begriffe sein, die zumindest dem Anfänger etwas Unsicherheit bescheren. Dabei gibt dieser Wert lediglich Auskunft darüber, wie „stark“ die Leuchtkraft des Blitzes ist – genau so also wie die Watt-Angabe einer Glühlampe oder eines Bügeleisens. Es ist erst einmal nur ein Anhaltswert und als bloßer Begriff zur Bedienung des Blitzes zu vernachlässigen.

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Weiß man, welche Blitzleitzahl das entsprechende Blitzgerät besitzt, so weiß man nämlich erst einmal überhaupt nichts: Man müsste sich nun mit diesem Wert und etwas Mathematik eine Tabelle erstellen, die Auskunft darüber gibt, bei welchem Abstand zum Motiv – bei der jeweiligen Empfindlichkeit in ASA bzw. ISO – genau welche Blende am Objektiv einzustellen ist (damit es nicht zu Über- bzw. Unterbelichtung kommt).
Eine solche Tabelle gibt es allerdings schon (und zwar analog auch andere Empfindlichkeiten als 100 ISO berücksichtigend): entweder in der Bedienungsanleitung oder auf dem Blitz direkt aufgedruckt. Anstelle einer aufgedruckten Tabelle sind an vielen Blitzgeräten auch „Rechenschieber“ angebracht. Dort werden dann die Werte ASA und Entfernung zum Motiv entsprechend gegenüber gestellt und es lässt sich die erforderliche Blende ablesen.
Möchte man sich nun zwecks richtigem Belichten eine solche Tabelle selbst erstellen bzw. möchte man wissen, welche Blende (die Verschlusszeit ist beim Blitzen [fast] egal) bei welchem Abstand einzustellen ist, so erhält man die korrekten Blendenwerte (bei 100 ASA) sehr leicht, indem man nämlich rechnet:

Blende = Leitzahl : Entfernung in Meter

Die Leitzahl des Blitzgerätes muss man wissen (Bedienungsanleitung). Oder aber man findet sie selbst heraus! Die Entfernung zum Motiv misst man entweder nach (oder schätzt sie) oder aber (und darauf brachte mich erst Jemand mittels der Kommentafunktion am Ende dieses Artikels) man fokussiert einfach auf das Motiv und liest die Entfernung einfach an der Skala des Objektives ab. Hat das Objektiv eine solche Skala nicht, so könnte man sich auch selbst eine solche anfertigen.

Beispiel zur richtigen Blende bei Verwendung eines Blitzes der Leitzahl X

Tabelle auf Blitzgerät
Die Tabelle für einen Blitz mit einer Leitzahl von 16.
Hier sind bereits mehrere ISO-Empfindlichkeiten angegeben (sowie Din- & Feet-Parameter – welche im hiesigen Raum allerdings nicht zu beachten sind). Eine solche Tabelle zur richtigen Belichtung kann man sich auf Basis der Leitzahl seines Blitzgerätes recht einfach selbst erstellen.

Bei einem Aufsteckblitz, von welchem wir wissen, dass dieser eine Leitzahl von 16 besitzt und mit dem wir nun genau 3 Meter von der Freundin entfernt stehen (immer noch bei Annahme eines 100 ASA Films bzw. die Einstellung der Kamera auf 100 ISO) rechnen wir also einfach 16:3=5,333. Die richtige Blende für diese Situation wäre bei 100 ASA (ISO) und Abstand 3 Meter also aufgerundet 5,6; fertig. Das war doch wirklich ganz einfach! Die Entfernung muss also stets geschätzt (oder an einem geeigneten Objektiv abgelesen) werden, wobei man aber getrost auch „Schätzwerte“ verwenden kann. Analog dazu und entsprechend genauer – besonders im Studio – kann man sich mit einem Belichtungsmesser mit Blitzmessung behelfen. So ein Messgerät misst das direkte Blitzlicht direkt am Motiv unter Berücksichtigung aller Parameter. Hierbei entfällt die Rechnerei natürlich.

Die Blitz-Formel auf andere ISO-Werte umrechnen

Die Formel zum Errechnen der Blende beim Wissen des Faktors Leitzahl bezieht sich immer auf eine Empfindlichkeit von 100 ASA (bzw. ISO). Möchte man aber beispielsweise mit 200 ISO arbeiten bzw. einen Film mit 200 ASA Empfindlichkeit verwenden, so wählt man die nächsthöhere Blende – dem Rechenbeispiel entsprechend: Blende 8. Andersherum verhält es sich bei der Empfindlichkeit von 50 ISO: Hierbei muss mehr Licht auf den Sensor bzw. Film: die nächstkleinere Blende von 4 wäre hierbei beim Beispiel zu wählen. Bei 400 ASA wäre die Blende 11 die richtige usw. Bei Verdoppelung der Empfindlichkeit wählt man also jeweils die nächsthöhere- bei Halbierung die nächst geringere Blende (auf die Werte bezogen). Bei einer Digitalkamera kann man hierbei theoretisch natürlich auch (sofern noch möglich) jeweils bei unterschiedlichem Abstand zum Motiv an der Schraube ISO-Wert drehen bzw. dabei die Blende immer bei gleichem Wert belassen. Die „ganzen Blendenwerte“, die ich meine sind folgende: 2,8 / 4 / 5,6 / 8 / 11 / 16 / 22 / 32. Von einer Zahl zur nächsten bedeutet 1 ganzer Blendenwert. Verdoppelt sich der ISO-Wert (z. B. von 100 auf 200), so geht man einen Blendenwert vor (z. B. von Blende 11 auf Blende 16), vervierfacht sich der ISO-Wert, so geht man zwei Blendenwerte vor (auf Blende 22) usw.

Die Leitzahl des Blitzes selbst herausfinden

Rückseite eines Blitzes
Die Rückseite eines älteren, manuellen Blitzes. Die beiden oberen Schieber sind zum Ermitteln der Blende bei Abstand X und ISO Y. Sie sind technisch nicht mit dem Blitz verbunden! Es hätte genau so gut eine Tabelle aufgedruckt sein können. Das Ändern dieser Schieber ändert nichts an der Höhe der Lichtabgabe. Darunter befindet sich ein Schalter, mittels welchem die Blitzleistung (die Leitzahl) variert werden kann (1; 1/2; 1/4 Leistung). Bei jedem meiner Blitzgeräte sind die Herstellerangaben zu großzügig gewählt. Teilweise hat man ganze zwei Blenden Unterbelichtung, was sich in dunklen Bildbereichen ohne Detailzeichnung bemerkbar macht. Man muss alles selbst eintesten.

Fehlt die Angabe, welche Leitzahl das Blitzgerät besitzt, dann kann man natürlich schwerlich die entsprechende Blende für eine bestimmte Entfernung ausrechnen. Man kann aber ohne Weiteres durchaus selbst die Leitzahl seines Blitzgerätes herausbekommen! Hierfür benötigt man eine Digitalkamera und ein schwarzes, nicht glänzendes Tuch (ein schwarzes T-Shirt z. B.). Statt der Digitalkamera könnte man auch eine „analoge“ Kamera nehmen. Nur müsste man hier natürlich den Film zuerst entwickeln bzw. entsprechend auf die Testergebnisse warten. Die Kamera muss einen absolut manuellen Modus besitzen: Blende, Zeit und ASA müssen frei wählbar sein und dürfen sich auch nicht automatisch verstellen! Es ist darauf zu achten, den Test nicht in einem kleinen, weiß gestrichenden Raum zu machen! Hier fällt mehr Licht auf das Motiv als in einem „normalen“, dunkleren Raum – Das Testergebnis wäre etwas zu optimistisch. Es ist ist empfehlenswert, den Versuchsaufbau in einem (größeren) Raum zu praktizieren, dessen Wände etwas dunkler gehalten sind (z. B. holzvertäfelt) oder gleich im Freien. Ebenfalls sollte man den Blitz, bevor man mit dem Eintesten beginnt, mehrmals manuell zünden. Warum? Gerade ältere Blitze müssen erstmal „warm“ werden, bevor sie ihre ganze Leistung abgeben können. So empfiehlt es sich generell, den Blitz ca. 3 Mal blind zu zünden, bevor man damit fotografiert.
Wir ermitteln die Leitzahl des Blitzgerätes folgendermaßen: Wir legen das Tuch – geknüllt, damit es Falten wirft – genau 3 Meter vom Blitzgerät (bzw. von der Kamera) entfernt hin. Wir stellen an der Kamera 100 ASA ein (das ist die „ISO-Einstellung“ und für 100 ISO werden traditionell Leitzahlen angegeben bzw. gilt die oben erwähnte Formel ). Nun machen wir bei fest eingestellter Blitzleistung und fest eingestelltem Blitz-Zoom (am besten auf „35 mm“ gestellt, sofern sich dies bei dem Blitzgerät überhaupt ändern lässt) mehrere Aufnahmen bei Blende 22 / 16 / 11 / 8 / 5.6 / 4 – sonst wird nichts geändert! Zeit, ASA, Zoom, Blitzleistung und Entfernung müssen immer gleich bleiben. Kein TTL oder Computerblitz am Blitz verwenden; alles im manuellen Modus. Wir betrachten uns diese Bilder. Das Bild mit der höchsten (größter Wert) Blende, welches noch Detailzeichnung im Tuch erkennen lässt ist es! Hier reichte die Blitzleistung noch gerade so aus, um bei dieser Blende sehr dunkle Bereiche (Man nennt diese Bereiche „Schatten“) ausreichend abzubilden. Beim nächsthöheren Blendenschritt (größerer Blendenwert) ist kaum noch Zeichnung im Tuch zu sehen – das Bild ist hier bereits unterbelichtet. Es empfiehlt sich, die Bilder an einem Monitor anzusehen bzw. zu prüfen – nicht am kleinen Kameradisplay.

Beispiel zur Berechnung der persönlichen Leitzahl des eigenen Blitzgerätes

*Selbst solche simplen und günstigen Funkauslöser (Amazon) sind bereits ausreichend, den Blitz zu entfesseln, sofern man nicht gerade durch dicke Wände oder über sehr weite Entfernungen auslösen muss. Auf eine TTL-Funktion muss man verzichten - aber diese wird beim manuellen Blitzen ja ohnehin deaktiviert. Ich nutze solche simplen Auslöser nun seit langem ohne Probleme.

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Angenommen, die Falten des schwarzen Tuches wären nun bei dem mit Blende 16 aufgenommenen Bild noch gerade so gut sichtbar (bei Blende 22 – den nächsthöheren Blendenschritt – wären hier dann die Falten nur noch zu ahnen). Dann nehmen wir diesen Blendenwert 16 und stellen die weiter oben erwähnte Formel um:
Leitzahl = Blende*Entfernung in Meter. Für unser Beispiel hieße dies: LZ=16*3=48. Unser Blitzgerät besitzt also eine Leitzahl von 48! Das ist schon recht viel. Mit dieser Angabe kann man sich nun also die für das manuelle Blitzen notwendige Blende bei einer Entfernung von X Meter bei einer ISO-Empfindlichkeit von 100 ausrechnen.
Ein Hinweis: Alle meine Blitzgeräte besitzen eine niedrigere Leitzahl als angegeben. Dies kann zwei Gründe haben: Der Hersteller hat mit zu optimistischen Zahlen hantiert. Oder aber Folgendes ist passiert: Der Kondensator (ein wichtiges Bauteil im Blitzgerät) hat über die Jahre an Kapazität verloren. Er ist mehr oder weniger ausgetrocknet – Diese Information habe ich hier (ganz unten) gelesen. Lesen Sie in diesem Zusammenhang auch mehr über die Konservative Leitzahl!

Kann man bei der verwendeten Digitalkamera für den Test nicht 100 ISO einstellen, sondern als kleinsten Wert nur 200 ISO (wie z. B. bei älteren Nikon-Spiegelreflex-Digitalkameras), so muss für die Rechnung der ermittelte Blendenwert auf den nächstkleineren verringert werden: Bei dem Beispiel wäre nämlich bei 200 ASA das Bild mit Blende 22 das richtige gewesen. Rechnen muss man dann aber trotzdem mit [hier] Blende 16!
Es ist hierbei Kenntnis über die international richtigen ganzen Blendenstufen nötig. Moderne Digitalkameras lassen nämlich „krumme“ Blendenstufen zu, wodurch ein technisches Verständnis über den Begriff Blende erschwert wird. Beispielsweise wäre ein Schritt von Blende 8 zur nächsten Blende keinesfalls 9! Der nächste, ganze Schritt wäre hier Blende 11; der nächstkleinere, ganze Schritt Blende 5,6. Beim manuellen Blitzen denken und rechnen wir als Anfänger am besten immer in ganzen Blendenschritten! Erst später können wir etwas feiner (mit krummen Blenden) arbeiten.
Hat man ein Blitzgerät mit verschieden einstellbaren Leistungsstufen, so muss man den Test für jede dieser Leistungsstufen machen!
Hat man ein Blitzgerät mit einem sogenannten „Zoom-Reflektor„, so muss man den Test bei jeder Zoom-Stufe machen und die Werte entsprechend notieren!
Bei diesen beiden Kriterien ändert sich ja jeweils die Stärke der Lichtabgabe und somit ändert sich hier auch die Leitzahl des Blitzgerätes! Ich besitze einen Systemblitz mit drei Leistungsstufen. Ich habe mir hier alle drei Leistungsstufen mittels einem Blitzbelichtungsmesser ausgemessen, denn den Angaben auf dem Blitzgerät sind nicht unbedingt zu trauen – sie sind oft zu großzügig angegeben! Hätte ich keinen Belichtungsmesser mit Blitzfunktion, hätte ich die jeweilige Leistung (die jeweilige Leitzahl) auch mit dem schwarzen Tuch und der Digitalkamera herausfinden können.

Ein einfaches aber wirkungsvolles Lichtset

An dieser Stelle möchte ich ein einfaches aber sehr effektives Lichtset für z.B ein Portrait vorstellen. Alles wird manuell berechnet bzw. eingestellt. Zwei Dinge sind hier wichtig: Zum einen trennen wir das Blitzgerät von der Kamera. Zum anderen blitzen wir indirekt gegen eine weiße Fläche. Mit dem entfesselten (von der Kamera getrennten) Blitz erreichen wir eine „interessantere“ Lichtgebung als bei reinem Frontallicht. Nun kommt das Hauptlicht etwas schräg von der Seite, wie bei einem Fenster z. B.

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Würden wir unser Blitzgerät aber direkt auf das Motiv richten, so hätten wir kein schönes Licht: Es gäbe starke Schlagschatten. Bei einem Gesicht würfe die Nase und jede kleinste Hautunebenheit einen solchen. Auch ein Hemdkragen würde einen zu dunklen Schatten erzeugen, jede Falte eines Pullovers. Am Hintergrund würde sich – je nach Entfernung – ein unschöner, oft schwarzer Schatten mit harten Kanten abbilden.
Es ist einfach gesagt: Außer bei theatralischen Darstellungen ist bei einem Personenportrait wohl immer ein weiches Licht zu bevorzugen – statt zum harten Direktlicht zu greifen.
Was wir für ein ganz einfaches Lichtset benötigen:

Kamera, Reflektor(en), Blitzgerät und Motiv (eine Person) sind ungefähr so angeordnet wie auf dieser Skizze:

ein Lichtset (Skizze)

Zum Blitzgerät selbst ist nicht viel zu sagen. Es reicht hierfür sogar nur ein ganz einfaches, kleines sofern wir an der Kamera nicht stark abblenden möchten. Bei Portraits wird aber in der Regel ohnehin nicht sehr viel abgeblendet, um eine geringe Schärfentiefe zu erhalten. Möchte man im Freien bei hellem Umgebungslicht blitzen, sollte das Blitzgerät allerdings eine höhere Leistung besitzen, denn es muss ja in jedem Fall heller als das Umgebungslicht sein.

Das Kabel: Entweder besitzt das Blitzgerät eine entsprechende Buchse oder aber man benutzt ein Kabel an dessen einem Ende sich ein entsprechender Schuh genau so wie an der Kamera befindet, in dessen sich das Blitzgerät einfach einschieben lässt. Kameraseitig gibt es die einfache Möglichkeit, dass ein Kabel auch hier einen Anschluss besitzt, mittels welchem es sich einfach an den Blitzschuh direkt anschließen lässt. Oder aber die Kamera besitzt eine Blitzbuchse. Oder aber man benutzt einen Adapter, welcher auf den Blitzschuh der Kamera geschoben wird und welcher eine Blitzbuchse besitzt, an welche das Kabel angeschlossen wird. Ich benutze einfach ein Kabel, welches per Klinkenstecker an mein altes Blitzgerät (es hat eine Buchse) angeschlossen wird und am anderen Ende ein Adapter, in welchem das Kabel gesteckt wird und welcher auf den Schuh meiner Kamera geschoben wird.
Am einfachsten ist natürlich die Lösung ohne Kabel mit einem Blitz-Funkauslöser-Set (Amazon-Link).

Noch eine andere, schöne Möglichkeit das externe Blitzgerät zu zünden wäre, an dessen Blitzschuh einen sogenannten „Servo-Blitzauslöser“ anzustecken. Das ist eine Fotozelle die bei einem Blitz sofort einen Kontakt schließt bzw. diesen zweiten Blitz zündet. Und so funktioniert’s: Wir benutzen das eingebaute, weinzige Blitzlicht der Kamera als optischen „Kontaktgeber“ und stellen es hierfür möglichst auf die schwächste Leistung (denn es soll ja unser Motiv nicht beeinflussen, sondern nur auf den Servo / auf die Fotozelle einwirken). Dann stecken wir den Servo-Blitzauslöser an den Schuh des externen Blitzgerätes. Im selben Moment, in welchem wir auslösen und in welchem (das möglichst schwache) in der Kamera eingebaute Blitzlicht startet, reagiert nun auch die Blitzzelle und innerhalb eines Sekundenbruchteils startet der externe Blitz mit. Man nennt hier das eingebaute Blitzgerät „Master“ und den externen Blitz „Slave“ bzw. „Slaveblitz“. Natürlich ließen sich so auch mehrere solcher „Slaveblitze“ zeitgleich auslösen. So eine Servo-Fotozelle gibt es beispielsweise bei Amazon für ca. 10 Euro. Ebenso gibt es aber auch Blitzgeräte mit eingebauter Servozelle. Hier wäre ein einfaches, günstiges Exemplar, welches man entweder als Master oder als Slave benutzen kann: Unomat B 18 (ebenfalls Amazon).

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Die Kamera: Die Kamera ist Wurscht. Hauptsache, wir können die ISO bestimen (einen entsprechenden Film einlegen oder die Angabe im Menü einstellen) und die Arbeitsblende wählen. Dann muss natürlich noch das Blitzgerät irgendwie angeschlossen werden können. Ich benutze übrigens immer eine Sonnenblende, damit das in der Nähe der Kamera positionierte Blitzlicht bzw. der Reflektor keine Störungen (Lensflares) auf der Linse verursacht.

Der Reflektor: Der Blitzreflektor (Aufheller) besteht lediglich aus einer weißen Fläche. Dies könnte ein größerer Karton sein. In Studios werden oft auch einfach nur größere, weiße Styroporplatten benutzt. Ich habe auch schon mit Bettlaken gearbeitet. Praktisch sind runde Faltreflektoren, die man sehr klein zusammen legen (und gut transportieren) kann. Für Portraits empfiehlt es sich, die größeren (über einen Meter Durchmesser) dieser Wechselreflektoren zu nehmen. Für den Preis eines Kinobesuches ist man bei Amazon dabei.
Manchmal benutze ich übrigens nicht die äußere Reflektorfläche (Silber, Weiß oder Gold) sondern den inneren Diffusor des 5-in-1-Reflektors: Hierbei steht das Blitzgerät hinter dem Diffusor, welcher an ein Stativ gehängt ist, und blitzt hindurch. Der Vorteil ist ein leichter Lichtgewinn (mein Diffusor „schluckt“ etwas weniger Licht als der Reflektor) und eine geringere Streuung. Der Diffusor kann so recht dicht an einer Person platziert werden, was eine etwas „charaktervollere“ Ausleuchtung ermöglicht, was aber Geschmackssache ist und auch auf die Nähe und Helligkeit vorhandener Wände ankommt. Nachteil: auf homogenen Flächen wäre der Schatten der Beine des Stativs zu sehen, an welchem der Diffusor hängt. Mit der Methode, das harte Licht des Blitzgerätes auf einen weißen Reflektor zu „schießen“ und dieses wieder zurück auf das Motiv zu lenken, erreicht man das mit Abstand weicheste Licht.

Was passiert bei diesem Lichtset?

eine Hochzeitsfotografie gut ausgeleuchtet
Bei diesem Hochzeitsportrait hatte ich die Digitalkamera auf manuellen Modus gestellt. Der Trauzeuge (rechts ca. 2 Meter entfernt) hielt in der einen Hand den Reflektor (ein simpler, weißer Aufheller) und in der anderen Hand das Blitzgerät gerichtet auf den Aufheller davor (ca. 50 cm Abstand). Das Blitzgerät war mittels Adapterschuh und Kabel mit meiner Kamera verbunden. Durch den Abstand Reflektor-Brautpaar konnte ich mir die korrekte Arbeitsblende errechnen. Die Verschlusszeit der Kamera wählte ich so, dass diese den Hintergrund um ca. eine Blende unterbelichtete (für das angeblitzte Brautpaar war die Belichtungszeit nicht relevant). Das Umgebungslicht hellte die nicht angeblitzten (linken) Bereiche der Personen aber entsprechend auf. Ein simples Blitzlicht, gerichtet auf einen Aufheller stellt schon eine hervorragende und sehr portable Lichtlösung dar! Statt dem Trauzeugen hätte ich auch zwei Stative benutzen können (jeweils für Aufheller und Blitz davor).

Durch das Auslösen an der Kamera wird sofort der Blitz gezündet (klar). Dieser bildet eine Lichtquelle sehr kleinen Maßes: sein Licht ist hart. Dieses harte Licht trifft nun aber auf eine größere, weiße Fläche und wird urplötzlich zerstreut – und zwar wieder zurück in Richtung Person. Nun wird ein sehr viel weicheres, „schmeichelhafteres“ Licht auf das Motiv „abgegeben“. Dieses Licht aber kommt schräg von der Seite. Dies bedeutet, dass die andere Gesichtshälfte der portraitierten Person etwas dunkler, also modellierter, wieder gegeben wird (was hier durchaus erwünscht ist). Wird das Foto in einem Raum mit sehr dunklen Wänden aufgenommen, so kann es (je nach Belichtungszeit) sein, dass diese Gesichtshälfte zu dunkel (bzw. gar schwarz!) gerät. Hier hilft ein zweiter Reflektor (siehe Skizze) oder eine längere Belichtungszeit (damit das Umgebebungslicht die Schatten aufhellt). Eine weiße Wand links neben der Person entspräche in etwas der Rolle eines Reflektors. Überhaupt könnte man statt den Reflektoren auch einfach bestehende helle Wände nutzen.

Jetzt geht’s los: Die richtigen Einstellungen an Kamera und Blitz

Angenommen wir hätten einen Film von 100 ASA in der Kamera – eine Digitalkamera stellen wir auf 100 ISO. Dann messen wir den Abstand zwischen Reflektor (1) und Motiv: Er entspricht z.B. 2 Meter. Uns interessiert hier nicht der Abstand Kamera-Motiv! Das ist egal. Auch interessiert uns diesmal nicht der Abstand Blitzgerät – Reflektor oder Blitzgerät – Motiv. Das Blitzgerät sollte sich möglichst genau so weit vom Reflektor befinden, wie sein ganzer Lichtkegel auf die Reflektorfläche treffen kann bzw. wie sein gesamter Lichtkegel die Fläche ausnützen kann. Bei einem Blitz, bei welchem sich der Lichtkegel nicht verändern lässt (welcher also keinen sogenannten „Zoom“ besitzt) wird dies für einen ca. 1 m großen Reflektor 1 m sein. Haben wir an einem Blitzgerät mit „Zoom“ einen Weitwinkel eingestellt, so müssen wir natürlich näher an den Reflektor heran, was bei beengtem Platz von Vorteil ist. Ob das Licht des Blitzes die Fläche des Reflektors günstig ausnützt, können wir leicht herausfinden, indem wir einfach (bei möglichst geschlossener Blende) ein Foto vom Reflektor machen (auf den der Blitz „fällt“).
Als reine Lichtquelle müssen wir nun einfach den Reflektor verstehen, dessen Entfernung zum Motiv uns interessiert.
Unser einfaches Blitzgerät hat eine Leistung, welche mit einer Leitzahl von 22 angegeben ist. Wir platzieren das Blitzgerät so, dass es die Reflektorfläche gerade so komplett ausleuchtet, wofür es natürlich direkt auf den Reflektor gerichtet sein muss. Da wir keinen Blitzbelichtungsmesser besitzen, müssen wir nun rechnen: Wir rechnen mit den drei Werten: 1. ASA, 2. Leitzahl und 3. Entfernung Reflektor-Motiv. Die Blende, welche wir am Objektiv einstellen müssen könnten wir bereits ausrechnen, wenn wir direkt blitzen würden, dies tun wir aber nicht – wir blitzen indirekt, was zusätzliches Licht kostet.

Machen wir es kurz:

Das indirekte Blitzen gegen einen weißen Reflektor kostet ca. 2 Blenden Licht gegenüber dem direkten Blitzen auf das Motiv.

(Falls Sie nichts mit der Bezeichnung „Soundso viele Blenden mehr Licht“ anfangen können, empfehle ich diesen Artikel zum allgemeinen Verständnis.)

Das bedeutet, dass wir zuerst unsere Standardformel benutzen: Blende=Leitzahl:Entfernung (des Reflektors zum Motiv) in Meter. Wir rechnen einfach: Blende=22:2=11. Bei einer direkten Blitzbelichtung müssten wir bei 100 ASA also auf Blende 11 abblenden. Aber da ist ja noch der Reflektor, welcher ganze 2 Blenden schluckt. Wir müssen von Blende 11 zwei Blenden abziehen! Der Blendenreihe nach (4 /5.6 / 8 / 11 / 16 usw.) entspräche hier die richtige Blende 5.6!

Blende 5.6 wäre also bei einem Abstand des Reflektors von 2 Metern zum Motiv (und dem Blitz dazwischen) bei einer Filmempfindlichkeit von 100 ASA bei Verwendung eines Blitzes mit einer LZ von 22 unsere korrekte Arbeitsblende.

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Es reicht hier ein simples, kleineres Blitzgerät. Etwas schwieriger wird es mit dem entfesselten Anschluss an die Kamera. Hier benötigt man eben ein entsprechendes Kabel. Ich muss mir unbedingt mal ein Funkauslöser, den man einfach auf Kamera bzw. Blitzgerät steckt, besorgen. So etwas ist sehr praktisch. Jetzt habe ich mir so ein günstiges Funkauslöser-Set (ohne TTL-Funktion) zugelegt: Ich bin begeistert, kein störendes Kabel, kein Wackelkontakt und wunderbare Bewegungsfreiheit.Es empfiehlt sich, Blitz und Reflektor(en) an Kamerastativen zu befestigen. Ich habe dieses Lichtset aber auch schon im Wald aufgebaut: Der Reflektor hing an einem Baum. Der Blitz lag vor dem Reflektor auf dem Gepäckträger eines stehenden Fahrrades. Die Kamera hatte ich in der Hand. So einfach macht man vernünftiges Licht.

Wahrscheinlich kann man sogar auf den Reflektorverzichten. Denn das Umgebungslicht hellt Schatten soweit auf, dass man nicht unbedingt ein weiches Licht benötigt: Man könnte dies auch mit einem „nackten“ Blitz probieren. Ich komme wegen dieses Artikels darauf: Kontrast-Anhebung mit einem Blitzgerät.

Die Belichtungszeit beim Blitzen (ist [fast] egal)

*"Das Blitz-Kochbuch" ist ein moderner und reich bebilderter Leitfaden für den Fotografen, welcher sich kreativ mit Blitzlicht auseinander setzen möchte - und dies mit einfachen und kompakten Aufsteckblitzen. Auf Amazon kann man einen Blick ins Buch werfen.

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Die Verschlusszeit, also die Belichtungszeit, war bisher immer ein Wert, welcher beim Fotografieren große Beachtung beigesteuert werden musste. Bei Verwendung eines Blitzes allerdings ist dies ganz anders. Hierbei spielt die Verschlusszeit nämlich kaum noch eine Rolle, denn das Motiv ist durch den sehr hellen und kurzen  Blitz (bei Beachtung der richtigen Blende; s.o.) innerhalb des äußerst knappen Belichtungs-Momentes immer richtig beleuchtet. Der Blitz ist immer schneller als die schnellste, mögliche Verschlusszeit. Was man bezüglich der Belichtungszeit beachten muss ist lediglich, dass diese nicht zu schnell erfolgen darf, damit sich der Verschluss nicht bereits schon wieder schließt, wenn der Blitz zündet. Langsamer geht immer; Heutige Kameras synchronisieren den Blitz noch bei 1/125 Sekunde und schneller korrekt.
Benutzt man eine zu schnelle Zeit beim Blitzen (sofern bei der jeweiligen Kamera überhaupt möglich), so bilden sich die Verschlussvorhänge der Kamera mit auf dem Bild ab.  Entsprechende Schatten auf dem Foto wären die Folge. Daher sind Kameras so konzipiert, dass sich erst der Verschluss komplett öffnet, um dann erst den Blitz zu zünden um sich erst dann wieder zu schließen – und dies braucht bei den üblichen „Schlitzverschlüssen“ eben seine Zeit, was allerdings im Extremfall auch bedeuten kann, dass ein sehr heller Hintergrund (Gegenlicht) überbelichtet werden könnte.
Moderne Kameras können den Blitz auch bei schnellen Verschlusszeiten (z.B. 1/1000 Sekunde) fehlerfrei abfeuern (ohne dass der Verschlussvorhang noch im Bild ist). Bei kurzen Verschlusszeiten während des Blitzens ist es möglich, den nicht angeblitzten Teil (in der Regel der Hintergrund) teilweise dramatisch abzudunkeln – So kann bei Tag eine Nachtszene suggeriert- oder einfach auch nur unerwünschten Hintergrund abgedunkelt werden. So etwas sieht, übertreibt man es, aber oft sehr gewöhnungsbedürftig und „künstlich“ aus.

Softbox bzw. Diffusor auf dem Blitz

Auch bei Verwendung einer (kleinen) Softbox reduziert sich die abgegebene Lichtmenge des Blitzes. Nicht nur im Studio ist es sinnvoll, das recht harte Blitzlicht – zumindest bei sehr nahen Motiven – zu „soften“. (Harte Nasenschatten sind nicht schön.) Bei so einem kleinen Aufsteckblitz könnte man sich so einen Diffusor auch selbst bauen. Ob beim Selbstbau oder bei einer gekauften Variante (Diffusor, Softer, Blitzball etc.): alles vor der Leuchtquelle schluckt Licht, sodass hier die oben genannte Formel nicht mehr exakt stimmen wird! Hier ist also das Selbe zu beachten wie bei der indirekten Lichtlösung oder bei Filtern: der eigentliche verwendete ISO-Wert muss (nur beim Rechnen – nicht in der Kamera!) etwas nach unten korrigiert werden, sonst sind die Bilder beim Blitzen zu dunkel bzw. unterbelichtet. Mein kleiner Diffusor reduziert das Licht übrigens auch schon um ganze 2 Blenden – ich müsste hier also statt der an der Kamera z.B. 100 ISO definierten mit 25 ISO rechnen . Dies darf nicht unterschätzt werden! Um wie viel ein Diffusor das Licht abschwächt, kann leicht überprüft werden, indem man ihn direkt vor das Objektiv der Kamera hält und im Display im TV-Modus der Kamera beobachtet, um wie viel (Blenden – bitte hierfür die internationale Blendenreihe beachten) sich die Belichtung (bei fest eingestellter Verschlusszeit) einer weißen Wand zum Beispiel gegenüber der Belichtung ohne über das Objektiv gestülpten Difusors ändern würde. Man kann hierfür natürlich auch einen Handbelichtungsmesser benutzen statt die Kamera mit eingebautem Belichtungsmesser. Idealerweise machen wir hier den Test mit dem schwarzen Tuch.

Gestalten des Hintergrundes bei Verwendung von einem Blitz

Servoauslöser für externen BlitzAm einfachsten lässt sich ein externer Blitz mit einem solchen "Servo-Auslöser" entfesseln: Der kamerainterne Blitz (Master) blitzt und innerhalb eines Sekundenbruchteiles reagiert der Servo (Slave) und übergibt das Signal dem zweiten Blitz. So lassen sich beispielsweise ganz einfach ganze Räume ausleuchten. Gesehen auf Amazon.

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Wie bereits erwähnt, kann man die Verschlusszeit, was die richtige Belichtung angeht, beim Blitzen außer Acht lassen.Für alles, was direkt angeblitzt wird, ist die Verschlusszeit nicht relevant (es sein denn, diese ist sehr lang). Aber für alles, was wenig oder gar kein Licht des Blitzes abbekommt (der Hintergrund) ist die Verschlusszeit von Belang. Auf diese Bereiche des Bildes wirkt sich das Umgebungslicht ein.
So lässt sich beispielsweise der Himmel hell wiedergeben (lange Verschlusszeit) oder eben dunkel und dramatisch (kurze Zeit). Ebenso verhält es sich mit dem Hintergrund eines spärlich beleuchteten Raumes (völlig schwarz abgebildet bei schneller Zeit – oder eben mit Details bei längerer Zeit). Die Intensität der Belichtung des eigentlichen Motivs ist dabei aber stets die selbe – sie wird lediglich über die Blende (oder durch Filter) geregelt.

Blitzen bei Langzeitbelichtung

Eine weitere schöne Möglichkeit bildet hier auch das Blitzen bei Langzeitbelichtung: Die Kamera wird auf „B“ gestellt, bzw. auf Langzeitbelichtung – der Verschluss bleibt so lange geöffnet, wie man den Auslöser drückt. Gleich am Anfang zündet der Blitz und bildet den Vordergrund korrekt scharf ab, der (nicht angeblitzte) Hintergrund verschwimmt aber durch die Langzeitbelichtung und Bewegung der Kamera.
Innerhalb dieser Zeit kann auch mehrmals geblitzt werden. Man hätte dann zum Beispiel eine Person mehrmals scharf abgebildet im Vordergrund vor einem verschwommenen, verzerrten Hintergrund. Dieser Hintergrund darf aber nicht zu hell sein, sonst wird er ja überbelichtet. Hier heißt es ausprobieren – oder einfach ausmessen und -rechnen. Bekannt ist dieser Effekt ja aus der Konzertfotografie.

Testen der verfügbaren Verschlusszeiten im Blitzbetrieb

Bei welchen Belichtungszeiten die jeweilige Kamera den angeschlossenen Blitz noch korrekt synchronisieren kann, lässt sich auch recht einfach testen. Bei einer Digitalkamera kann man dies ja sofort auf dem Bildschirm überprüfen. Bei einer „analogen“ Kamera hält man diese bei nicht eingelegtem Film und geöffneter Rückwand in einem dunkleren Raum gegen eine hellere Wand und schaut, gewappnet mit einer starken Sonnenbrille, von hinten etwas schräg von jeweils beiden Seiten in das Innere des Fotoapparates. Die Blende ist vollständig offen. Ist hierbei dann beim Auslösen des Blitzes vollständig das erhellte Rund der hintersten Linse zu sehen, so sollte eine Blitzauslösung bei dieser jeweils verwendeten Verschlusszeit kein Problem darstellen. Bei Verwendung einer Kamera mit Schlitzverschluss wird dann bei einer zu kurzen Zeit eben ein Teil der (erhellten) Linse vom Verschlussvorhang verdeckt sein, was dann – trotz des Sekundenbruchteils – relativ gut sichtbar sein wird. Bei dieser Zeit ist dann natürlich die Verwendung eines Blitzes an der Kamera nicht mehr möglich (ein Teil des Bildes wäre gnadenlos unterbelichtet – bzw. vom Vorhang verdeckt).
Alternativ zum dunklen Raum kann man aber auch den Blitz mittels einem Synchronkabel verbinden und ihn so entfesselt direkt von vorne in das Objektiv halten. Auf genügend Augenschutz ist jeweils zu achten! – Man möchte ja nicht gleich geblendet werden.

Verwendung von Filtern

*Farbfilter fürs Blitzgerät dienen entweder zum Erzeugen von Effekten oder zum Anpassen des Blitzlichtes an die Umgebungsbeleuchtung. Diese Filter sind hervorragend dafür geeignet, sie als "Strobist-Filter" direkt vor dem Blitz zu installieren. Auf Amazon gibt es ganze Filtersets zum günstigen Preis.

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Gerade bei kurzen Abständen zum Motiv (Portrait) ist man oft auf eine hohe (also geschlossene) Blende angewiesen, damit es nicht zur Überbelichtung kommt. Schließt man aber die Blende, so erhöht sich die Tiefenschärfe, was oft vermieden werden möchte. Hier kann sich mit einem ND-Filter bzw. Graufilter oder einem Polfilter geholfen werden. Beide „schlucken“ Licht ohne die Bildqualität zu verschlechtern oder (negativ) zu beeinflussen. Benutzt man also die Kamera beispielsweise im Modus 100 ISO (oder eben einen entsprechenden Film), so verringert sich diese Empfindlichkeit je nach Stärke des Filters. Am üblichsten sind sicherlich Graufilter bzw. ND-Filter mit dem Wert 4. Salopp gesagt „verwandelt“ sich dann diese 100 ISO-Empfindlichkeit in eine 25 ISO-Empfindlichkeit, was hier nichts anderes bedeutet, dass nun weniger Licht auf den Sensor bzw. auf den Film gelangt und die Blende wieder um zwei Stufen geöffnet werden kann (bzw. muss) und dass somit mehr Unschärfe im Hintergrund des Motives erzeugt werden kann. Bei manchen Filtern ist auch die „logarithmische Dichte“ als Angabe für die Dichte des ND-Filters aufgedruckt: 0,3 entspräche das Verringern der Helligkeit um eine Blende / um den Wert 2; Eine logarithmische Dichte von 0,6 entspräche dann dem bereits erwähnten Wert von „4“ usw.
Ich habe es übrigens einmal ausgemessen: Es ist egal, ob man einen ND-Filter vor das Objektiv oder direkt vor den Blitz montiert. Die Lichtintensität wird in beiden Fällen annähernd gleich abgeschwächt.

Der automatisch geregelte Computerblitz

Computer Blitz
Ein Blitz mit Messzelle zur automatischen Regelung der Blitzleistung

Bisher ging es in diesem Artikel um das rein manuelle Arbeiten mit einem Blitzgerät: Wir haben die Leistung des Blitzes, den Abstand zum Motiv und die „ISO“ der Kamera beachtet. Anhand dieser Daten haben wir die Blende eingestellt und erfolgreich das Motiv belichten können. Wir haben uns auch der Blendenkorrektur beim indirekten Blitzen und beim Verwenden eines Diffusors (einer kleinen Softbox) gewidmet.
Erst wenn man die manuelle Arbeitsweise beherrscht, bzw. erst, wenn man die Technik des Blitzens verstanden hat, sollte man einen Teil seiner Arbeit automatisieren lassen. Die simple Möglichkeit hierfür ist der sogenannte Computerblitz.
Die ganze Sache ist schnell erklärt: Das Blitzgerät besitzt eine Messzelle. Es handelt sich um die gleiche Zelle wie in einem Belichtungsmesser. Zuerst stellt man den Blitz von M-manuell auf C-computer (oder ähnlich). Löst der Blitz aus, misst diese Zelle das vom Motiv zurück-reflektierte Licht und stoppt den Blitz innerhalb eines Sekundenbruchteils sofort, wurde genug Licht zurück reflektiert. Auf der Rückseite dieser Blitze befindet sich eine Tabelle, welcher zu entnehmen ist, welche Blende für welche ISO an der Kamera (einmalig) einzustellen ist. Fertig. Mehr muss man nicht beachten. Wir müssen nicht mehr die Entfernung zum Motiv messen. Dies macht nun sozusagen das Blitzgerät für uns. Auch müssen wir dann also nicht mehr (je nach Motivabstand) die Blende am Objektiv ändern – es wird einfach die Blitzleistung variiert (und dabei noch Batterie-Strom gespart). Ein weiterer Vorteil hierbei ist, dass wir nun auch nicht mehr den Lichtverlust durch z.B. eine Softbox oder durch einen Filter auf dem Blitz beachten müssen. Diesen Lichtverlust würde die Zelle in ihrer Messung mit einbeziehen, denn durch einen Filter vor dem Blitz oder einen Diffusor würde ja dann auch weniger Licht vom Motiv zur Zelle zurück reflektiert werden. Der Blitz würde dann zurecht länger bzw. mehr Licht abgeben (als ohne Diffusor). So ist es auch möglich, korrekt „um die Ecke“ zu blitzen. Der Computerblitz erlaubt es, indirekt (eine Wand oder einen Reflektor an-) zu blitzen und misst gleich mit, ob die Leistung ausreicht.
Beim indirekten Blitzen, bei welchem die Leistung des Blitzgerätes durch den Modus „Computerblitz“ gesteuert wird, ist aber unbedingt darauf zu achten, dass die Messzelle in Richtung Motiv und nicht in Richtung Wand (oder Reflektor) zeigt! Sonst erhält die Messzelle das falsche Licht – sie soll ja das vom Motiv zurück reflektierte Licht „einfangen“ bzw. nur dieses soll durch den „Computer“ berechnet werden. Es eignen sich hier  also nur Blitzgeräte mit drehbarem Kopf.

Automatiken haben auch Tücken

*Strobist's Liebling: Der Yongnuo YN-560 Mark IV ist ein moderner Blitz höherer Leistung, frei (und sehr fein) regelbarem manuellen Modus im Bereich von 8 Blendenstufen, Zoom-Kopf und bereits integriertem Funkempfänger auf Amazon zum günstigsten Preis.

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Der Automatik-Modus des Blitzes eignet sich sehr, wenn man viele Aufnahmen in kurzer Zeit bei verändertem Abstand zum Motiv macht. Bei „normalen“ Verhältnissen funktioniert dies auch gut. Das angeblitzte Motiv muss aber zwei Kriterien erfüllen: zum einen muss es natürlich genügend Reflexionsfläche für den Blitz besitzen, damit genug Licht für die Messzelle zurück reflektiert werden kann. Zum anderen darf es nicht gänzlich schwarz oder gänzlich weiß sein. Warum? Weil auch hier das Licht natürlich unterschiedlich zurück reflektiert wird. Bei einem völlig schwarzen Motiv würde der Blitz bzw. dessen Sensor-Messzelle davon ausgehen, das Motiv wäre sehr weit entfernt, weil so wenig vom Blitzlicht zurück reflektiert wurde. Es ist aber lediglich sehr dunkel (und soll auch so wiedergegeben werden). Das Blitzlicht würde fälschlicherweise bei voller Leistung arbeiten und das Motiv überbelichten. Anders bei einem ganz weißen Motiv: Hier würde der Sensor des Blitzes sehr viel (reflektiertes) Licht melden und sofort die Lichtabgabe unterbrechen. Das Motiv wäre unterbelichtet, die Braut dann eher hellgrau. Es verhält sich hier also genau so wie beim eingebauten Belichtungsmesser in der Kamera: Wir müssen bei solchen extremen Motiven korrigieren, da die Messzelle auf ein Neutralgrau geeicht ist.
Bei einem Schornsteinfeger müssen wir die Blende am Objektiv etwas weiter schließen. Bei einer Braut etwas weiter öffnen als eigentlich (Tabelle auf dem Blitz) für die entsprechende ISO angegeben. Ich selbst arbeite, so gut es geht, im manuellen Modus. Hier kann, beherrscht man das Prinzip einmal, nichts mehr schief gehen.

der TTL-Modus

*Gekonnte Lichtführung bei Porträts. In diesem Buch wird ein wesentlicher aber leider zu oft vernachlässigter Bestandteil der Porträtfotografie behandelt: Das Licht. Doch mit der Art des Lichts verändert man den Charakter einer porträtierten Person radikal: von Schlafzimmermime bis dämonisch. Auf Amazon kann man einen Blick in dieses Lehrbuch werfen.

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Der Vollständigkeit halber sei in diesem Artikel (der sich ja hauptsächlich mit dem manuellen Blitzen beschäftigen soll) auch das so genannte TTL-Blitzen erwähnt. Es handelt sich hier im Prinzip um eine Erweiterung des „Computer Blitzes“. Bei der TTL (through the lens – durch das Objektiv) – Blitzmethode wird aber statt dem Sensor am Blitz selbst einfach der eingebaute Belichtungsmesser der Kamera verwendet (oder ein separates Messelement für den Blitz im Innern der Kamera).
Im Gegensatz zum vorangeangenden Punkt „Computerblitz“ muss im TTL-Modus nicht einmal mehr eine bestimmte Blende vorgewählt werden bzw. die eingestellte ISO-Empfindlichkeit beachtet werden:
Man kann anstellen, was man möchte: Die Kamera misst das tatsächliche Licht direkt und unverfälscht durch das Objektiv und übergibt diesen Messwert dem Blitz, welcher nun seine Leistung steuert. Man kann hier also auch die Blende und alle anderen Parameter (Verschlusszeit [bis zur schnellsten Synchronzeit] und ISO-Wert) frei variieren und das Blitzlicht stellt sich auf diese Veränderung automatisch ein! Man kann indirekt blitzen und man kann Filter verwenden – Es bedarf keinen Korrekturen mehr.

Im Gegensatz zur manuellen Methode oder zur Computerblitz-Methode muss bei der TTL-Blitz-Methode die Kamera entsprechend ausgelegt sein. Jede moderne Spiegelreflexkamera sollte hierfür in Frage kommen. Dies Sache mit der Braut und dem Schornsteinfeger gilt es allerdings – wie beim Belichten mit eingebautem Belichtungsmesser ja sowieso – auch hier zu beachten! Auch bei der TTL-Messung muss bei solchen Extremmotiven korrigiert werden. Es ist natürlich möglich, mit der Innenmessung / Spotmessung einen möglichst „neutralgrauen“ Punkt im Motiv (Braut hält Graukarte) anzumessen. Dann stimmt auch diese Messung! Wenn ich aber Portraits mit meiner Großformatkamera machen möchte, kann ich auf solche modernen Dinge natürlich nicht zurückgreifen. Glücklicherweise wissen wir ja nun, wie man auch ohne moderne Messelektronik manuell richtig blitzen kann und haben die Sache mit dem Blitz fest im Griff!

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Wenn Sie sich generell für die verschiedensten Techniken interessieren, mit denen man mit einfachen Blitzgeräten ein tolles Licht machen kann, dann sei Ihnen das Blitzblog empfohlen. Bei Klick auf das Bild werden Sie weiter geleitet:

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Artikeldatum: 26.10.2012 / letzte Änderung: 20. Februar 2017

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