Mit Farmerschen Abschwächer lassen sich zu dichte, überbelichtete Negative wieder retten, indem die dunklen Partien eben “abgeschwächt” werden und sich die so behandelten Negative gut vergrößern lassen.
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Farmerscher Abschwächer ist ein Mittelchen, welches ich einmal salopp als “Bleichmittel” bezeichnen würde: behandelt man ein Fotonegativ mit Farmerschen Abschwächer, werden je nach Dauer und Verdünnung entsprechende Bildbereiche “geblichen”. (Es wird belichtetes Silber wieder “gelockert” und herausgelöst.)
Bei einem Negativ (überbelichtet / überentwickelt, einheitlich zu dicht) sind die dunklen Bereiche jene, die später im Positiv weiß bzw. im schlimmsten Fall “ausgefressen” erscheinen. Ich mische Teil A und Teil B des Abschwächers zu je 1ml mit 100ml Wasser (bei Licht) in einem Schälchen und bade das Negativ angefasst mit einer Pinzette für einige Sekunden nach Sicht im Farmerschen Abschwächer bis eine gewünschte Abschwächung bzw. Transparenz erreicht ist.
Doch Vorsicht: Behandelt man das Negativ auf diese Weise zu lange, bleicht man auch eventuelle Schattenzeichnungen (bzw. die feinsten Grautöne auf dem Negativ) weg. Bei einem “konsequent” überbelichteten Motiv sollten diese aber auch etwas zu stark -bzw. nach dem Abschwächen noch ausreichend vorhanden sein. Dennoch stellt diese Methode lediglich eine Notlösung dar. Am Ende wird gewässert.
Ich bin mir nicht sicher, ob dies sein muss, aber am Ende der Prozedur mit dem Farmerschen Abschwächer gebe ich das Negativ in ein Fixierbad und belässt es dort für einige Minuten. Der Fixierer muss danach freilich wieder vom Negativ, wodurch eine erneute Schlusswässerung nötig ist.
Sollte man unterbelichtete Negative haben und versuchen, diese zu retten, so gibt es hierfür einen speziellen “Verstärker”. Aber auch schon mit einem Selentoner lassen sich entsprechende, verstärkende, Ergebnisse erzielen, da dieser – wie im Positiv – ja auch im Negativ die Dichten etwas anhebt. Dies sind aber allesamt Notlösungen um den Schaden zu mildern und ersetzen keine korrekte Belichtung auf die Schatten.
Übrigens lässt sich Farmerscher Abschwächer auch hervorragend für den Positiv-Feinschliff verwenden. Hier ist es möglich, zu dunkel geratene Bereiche nachträglich aufzuhellen bzw. partiell den Kontrast zu steigern. Ein gutes Beispiel wäre hierbei ein nachbelichteter Himmel, bei dem aber die Wolken etwas zu grau geraten sind. Mit einem Schwamm und Farmerschem Abschwächer (Verdünnung: 1,5ml [A]+1,5ml [B]+100ml [H2O]) lässt sich dieses Weiß der Wolken wieder aufhellen, ohne, dass hierbei schon das dunklere Grau nebenan angegriffen wird. Dies funktioniert auch gut für Gesichter usw. Tunlichst aufpassen muss man hierbei aber, dass nicht schon die letzte Lichterzeichnung durch den Farmerschen Abschwächer “herausgewaschen” wird.
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Der Vorgang sollte also am besten so stattfinden: Das (grob) fixierte und (grob) gewässerte, nasse Positiv, bei welchem das grobe Wasser abgetropft ist, wird auf eine glatte, nicht schräge Unterlage gelegt. Der Abschwächer wird mit einem Schwamm kreisend auf die entsprechende Stelle aufgetragen. Nach ca. 10 Sekunden (je nach dem) wird das Bild unter fließendem Wasser abgespült, um danach das grobe Wasser wieder ablaufen bzw. -tropfen zu lassen. Nun wird die Stelle erneut mit dem Schwamm bzw. mit Farmerschen Abschwächer behandelt: Stück für Stück immer mit zwischenzeitlichen Auswaschen bis sich die gewünschte Aufhellung ergibt. Kleinere Stellen behandele ich mit einem Wattestäbchen, noch kleinere mit einem Zahnstocher.dieser Beitrag befindet sich in der Kategorie ⇒ Fotolabor
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... Tom über alles, was ihn fotografisch interessiert und mehr als drei Sätze ausmacht. Besonders interessiert ihn das Basteln, selber bauen und modifizieren von alten Kameras. Für ein tägliches Blog fehlt ihm die Zeit - und (zugegeben) auch die Geduld. Diese Seiten werden also nicht jeden Tag aktualisiert.
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