Konventionelles, Unkonventionelles, Tipps und Tricks zur Fotografie

Günstiger Negativ-Scanner bis 4×5 Inch: Epson Perfection 1240U

Wer seine Negative digitalisieren möchte, kommt um einen entsprechenden Scanner nicht herum. Gute Geräte kosten einfach viel Geld. Grund genug, sich etwas auf dem Gebrauchtmarkt umzusehen. Hier stelle ich den Epson Perfection 1240U vor, mit dem man Negative / Dias bis zu einer Größe von 4×5 Inch scannen kann.

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Gleich vorweg: Ich empfehle den Scanner nur für größere Negativformate – es sei denn, man möchte Kleinbildnegative nur für den Computermonitor bzw. für eine Präsentation im Internet scannen. Ab dem Mittelformat 6×6 reicht die Qualität des Epson Perfection 1240U auch für Drucke aus: Ein (Druck-) Papier besitzt ja eine höhere Auflösung als ein Computermonitor. Dafür kostet der Scanner gebraucht auch nur um die 20 bis 30 Euro (inklusive Durchlichteinheit).

So schaut der Epson-Negativscanner aus:

Epson Negativscanner Perfection 1240u

Wie Sie sehen, ist er zunächst ein ganz normaler Aufsicht-Scanner. Dazu gibt es aber noch einen speziellen Aufsatz: Eine Durchlichteinheit. Diese Durchlichteinheit wird auf den Glashalter gelegt und hinten am Scanner eingestöpselt. Schon leuchtet deren matte Leuchtfläche. Es ist beim Kauf natürlich darauf zu achten, dass dieses Zusatzteil anbei ist.

Nun nimmt man einen der Epson-Negativhalter, schiebt das Negativ ein und platziert den Halter auf der Durchlichteinheit.

*Ein Fachbuch, in dem es nur um das Scannen bzw. Digitalisieren von Negativen und Dias geht. Der Autor vermittelt Techniken, durch die man zu aussagekräftigen, scharfen, farbrichtigen und hoch aufgelösten Bildern vom analogen Negativ gelangt. Gesehen auf Amazon.

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Preis

Der nunmehr sehr günstige Gebrauchtpreis des Epson 1240U ist eigentlich der Grund, warum ich den Scanner hier vorstelle: Er läuft immer so um die 30€ bei Ebay aus. Manchmal ist der Negativ-Scanner sogar noch günstiger zu ersteigern. Das ist ein äußerst günstiger Preis, wenn man bedenkt, welch hohe Summen an Geld man sonst für einen Negativscanner ausgeben muss, der auch noch das Mittelformat und erst recht das Großformat (4×5 Inch) scannen kann. Der 1240U kann das.

Anschluss und Treiber des Epson 1240U

Der Scanner wird mit einem ganz normalen USB-Kabel mit dem Computer verbunden. Offiziell gibt es keinen Treiber mehr, unter dem der Scanner auch unter Windows 7 oder 8 oder Windows 10 läuft. Jedoch kann man ihn mit einem Trick dennoch erkennen lassen:

  1.  Man lädt sich bei Epson folgenden Treiber herunter: Den Treiber für den Perfection 2440:
    https://www.epson.com/cgi-bin/Store/support/supDetail.jsp?UseCookie=yes&oid=14587&infoType=Downloads
    Hinweis: Epson bietet den Download des Treibers offenbar nicht mehr an. Stattdessen können Sie sich den Treiber für Windows hier herunter laden.
  2. Diesen Treiber installiert man nun (obwohl man ein anderes Gerät anschließen möchte).
  3. Nun stöpselt man den Negativscanner an den Computer an und geht in den sogenannten „Gerätemanager“, wo das Gerät auch aufgeführt sein sollte (den Gerätemanager findet man in der Systemsteuerung).
    Dort tätigt man einen Rechtsklick und geht auf Eigenschaften > Treiber > Treiber aktualisieren > auf dem Computer nach Treibersoftware suchen > Aus einer Liste von Treibern auswählen > Bildverarbeitungsgeräte > Epson > Epson Perfection 2400

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Man gaukelt dem Computer also ein etwas anderes Gerät vor, doch es funktioniert! Der Epson Perfection 1240-Scanner müsste nun vom Computer erkannt werden.

Für den Epson Perfection 2440 Treiber (den wir ja für unseren 1240u benötigen) werden Treiber bis in zu Windows 10 angeboten.

Wie es sich bei einem Mac verhält, weiß ich leider nicht.

Bildqualität

Wie gesagt, würde ich den Scanner nicht zum Digitalisieren vom Kleinbild benutzen, wenn die Bilder auch noch in hoher Größe (30×40 cm) gedruckt werden sollen. Für den Monitor jedoch reicht es aber. Möchte man Kleinbildfilme im Internet zeigen, ist der Scanner ok. Je größer das Negativformat ist, desto weniger Anspruch muss man an die Scanner-Auflösung haben. Ab dem Mittelformat 6×6 würde ich die Ergebnisse auch als druckfähig akzeptieren. Dafür geht der Scanner bei Ebay aber auch immer so um die 30€ weg. Das heißt, im Mittelformat und erst recht bei 4×5 Inch würde ich den Scanner zu dem Preis durchaus ausprobieren, wenn man zunächst nicht die 400 € für einen gebrauchten Epson 700 ausgeben möchte (ganz zu schweigen von Neupreisen).

Zwei Bildbeispielder mit dem Negativ-Scanner

Hier habe ich ein 6×6-Mittelformat-Negativ gescannt. Entstanden ist es auf dem Kodak TriX 400, entwickelt in Rodinal. Gescannt hatte ich bei 3200 DPI (das ist zunächst eigentlich übertrieben bzw. „interpoliert“ und soviel schafft noch nicht einmal der Epson V850) und für das Web habe ich die Datei auf 1024 Pixel Breite runter gerechnet. Ich finde, für einen 30€-Scanner ist das Ergebnis doch durchaus in Ordnung!

epson-1240u

Klicken Sie auf die Datei, um bei großen Bildschirmen die Vollansicht zu sehen. Ansonsten machen Sie einen Rechtsklick und dann „Bild anzeigen“ oder so ähnlich, um das tatsächliche Bild sehen zu können. Wie gesagt, die Datei wurde etwas verkleinert. Mehr Detailzeichnung, als zu sehen ist, ist aber nicht möglich. Im Format 6×6 ist dies aber bereits ein gutes Niveau. Wenn man Negative von 6×9 oder gar 4×5 Inch in den Epson Perfection 1240U einlegt, kann man sich natürlich noch auf mehr Detailzeichnung freuen.

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Zum Foto: Das ist ein Bild, welches ich 2010 in der ehemaligen Botschaft des Irak in Ost-Berlin aufgenommen hatte.

*Der Nachfolger des 2410er ist der BenQ BL2420PT. Für einen Bruchteil des Preises für professionelle Monitore bietet er ebenfalls eine nahezu 100%ige sRGB-Abdeckung und ist zudem kalibrierbar, besitzt also wichtige Eigenschaften für die Grafikbearbeitung am Computer. Gesehen auf Amazon.

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farbscan-epson

Dies ist ein Scan vom Kleinbild-Dia. Kleinbildnegative lassen sich mit diesem Negativscanner nur für kleine Drucke (10×15 cm) oder für das Internet / für den Bildschirm verwenden.

*Mit dem neuen Epson V800 kann man Negative und Dias scannen, welche fast so eine hohe Auflösung besitzen wie ein äußerst teurer Flextight-Scanner. Man muss sich hierfür jedoch auch in gewisse Scann-Techniken belesen. Auf Amazon gibt es die Epson-Perfection-Serie zum günstigen Preis.

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Die Auflösung bzw. Detailzeichnung ist beim Kleinbild einfach zu gering. Doch ist der Epson Perfection 1240U Negativ-Scanner mit hoher Wahrscheinlichkeit immer noch besser als diese ganzen kleinen „Miniscanner“ zum „Retten der Negative in die digitale Zukunft“* die man im Elektonik-Handel erwerben kann.

*Das ist natürlich Unsinn: Um Bilddaten möglichst lange bzw. archivfest aufbewahren zu können, ist gerade deren Ausbelichten auf z. B. Negativmaterial äußerst sinnvoll – also genau das Gegenteil einer Digitalisierung.

Fazit

Günstiger (per Ebay um die 30€) werden Sie sicherlich nicht Ihre Negative in entsprechender Qualität digitalisieren können. Achten Sie jedoch bei einem Ebay-Kauf unbedingt darauf, dass der Negativ-Aufsatz bei dem Scanner dabei ist. Wer im Mittelformat fotografiert, kann mit dem Epson-Scanner bereits gute Scans für eine Präsentation am Bildschirm anfertigen oder Vorlagen für Drucke bis vielleicht 18×24 cm. Soll es noch feiner sein, muss ein größeres Negativformat her. Der Scanner nimmt alles bis zum 4×5 Inch Großformat. Wer eine höhere Auflösung benötigt (insbesondere bei kleineren Negativformaten), kommt nicht umhin, tiefer in die Tasche zu greifen: Wenn es für wenig Geld bei einem Gebrauchtgerät bleiben soll, empfehle ich den Epson 4990. Möchte man ein Neugerät als Negativ- und Filmscanner, dann wären natürlich der neue Epson V800 / V850 relevant.

Artikeldatum: 4.10.2015 / letzte Änderung: 29. Oktober 2016

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