Konventionelles, Unkonventionelles, Tipps und Tricks zur Fotografie

Günstiger Monitor für die Bildbearbeitung: BenQ BL2410PT

Klar, es gibt richtige Profi-Geräte als externen Monitor für die Bildbearbeitung (z. B. von Eizo). Der Haken an solchen Monitoren ist natürlich der Preis. Ich habe etwas gesucht und bin nun mit dem BenQ BL2410PT zu einem Preis von ca. 230€ sehr zufrieden.

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Ich habe früher nie richtige Bildbearbeitung am PC betrieben. Dies lag allerdings daran, dass ich eine solche analog in der eigenen Dunkelkammer beherrschte. Dieses Wissen kommt mir übrigens auch bei der digitalen Bildbearbeitung sehr zugute. Jedenfalls bin ich vor einiger Zeit nahezu komplett auf die Farbfotografie „umgeschwenkt“ bzw. auf ein Bearbeiten der Fotos mit dem Computer.
Schnell musste ich jedoch feststellen, dass der eingebaute Laptop-Monitor keinesfalls hierfür geeignet ist: Zum einen ist er viel zu klein, um mehrere Grafiken nebeneinander genügend groß anzeigen zu können. Zum anderen ist das Farbmanagement bzw. die Farbwiedergabe meines Laptop-Monitors viel zu dürftig. Klar, er wurde für die Bildbearbeitung auch gar nicht gebaut.
Also sah ich mich nach – für mich als Student – finanzierbaren Monitoren für die Bildbearbeitung um und bin dann auf den BenQ BL2410 gestoßen. Für knapp 230€ stand er dann auch kurze Zeit später auf meinem Schreibtisch. Ich muss schon sagen: Für jemanden, der vorher lediglich mit dem kleinen und farbschwachen Laptopmonitor Bildbearbeitung betrieben hat, ist ein solcher Monitor eine echte Offenbarung! Hier ist ein Foto vom BenQ 2410:

der Benq Monitor BL2410

Hier sehen Sie meinen BenQ von der Seite mit den gesamten Anschlussmöglichkeiten.

Der Monitor hat die Maße von 24 Zoll, was mir auch bei der Bildbearbeitung ausreicht und einen guten Kompromiss zwischen Größe und Produktivität darstellt.

*Profis kochen auch nur mit Wasser. In dem Buch "Die Bildlooks der Profis" wird Schritt für Schritt erklärt, wie Sie sich eigene Presets für Photoshop oder Lightroom anlegen können, um genau diese "Bild-Looks" bei den eigenen Aufnahmen zu erreichen. Es geht in dem Buch auch weniger um eine reine Automatisierung. Nur so lernt man tatsächlich die Möglichkeiten der modernen Bildbearbeitung. Auf Amazon kann man einen Blick in das Buch werfen.

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Die Anschlüsse des BenQ 2410 Monitors

Folgendes kann an den Monitor angeschlossen werden:

Ferner besitzt der BenQ 2410PT ein eingebautes Netzgerät. Es muss also nicht mehr ein extra-Netzteil hinter dem Monitor „herumbaumeln“. Ein statischer Schalter zum ausschalten hat der Monitor ebenfalls, damit er tatsächlich vom Strom getrennt werden kann. Dies ist mir nicht unwichtig, möchte ich doch jeglichen „Stand-By-Strom“ verhindern, wenn ich den Monitor nicht benutze.

Zoll-Maß und tatsächliche Größe

Der Monitor besitzt ein Maß von 24 Zoll. Ich messe jedoch die Außenmaße des Monitors, denn unter den Zoll-Angaben kann ich mir immer schlecht etwas vorstellen:

Die Innenmaße der tatsächlichen Anzeige belaufen sich auf ca. 53,2 cm x 30,3 cm. Vergleichen Sie die Maße mit denen von z. B. Ihres Laptop-Monitors.

Display-Technik: PVA-/MVA-Panel oder TN?

Natürlich nutzt dieser Monitor von BenQ nicht die Technik eines normalen TN-Displays, wie es sicherlich die meisten Laptopmonitore tun. Denn bei der Panel-Technologie „TN“ kann sicherlich nie der gesamte „RGB-Farbraum“ abgebildet werden, was für die Bildbearbeitung jedoch sehr wichtig ist. Daher lassen sich die meisten Laptops auch sehr schlecht kalibrieren (bzw. eher „profilieren“).

Beim Benq BL2410 ist dies freilich anders: Er nutzt zur Darstellung ein sogenanntes „PVA-/ MVA-Panel“. Namentlich wird dies von BenQ als „AMVA“ bezeichnet (um noch etwas mehr zu verwirren). Durch diese Technologie ist eine korrekte Farbwiedergabe bis ins Detail sehr gut möglich. Eine kurze und aussagekräftige Übersicht über die verschiedenen Display-Typen finden Sie auf dieser Seite.

Vorzüge des BenQ

Ich schätze an dem Gerät, dass er sich tatsächlich gut für die Bildbearbeitung (bei mir Photoshop) eignet bzw. eine fast vollständige sRGB-Abdeckung besitzt (Quelle). Tatsächlich sind die Farben wirklich sehr schön satt dargestellt, winzigste Unterschiede lassen sich erkennen. Der Blickwinkel ist auch in Ordnung (man kann auch von der Seite auf den Monitor schauen). Und: Der Monitor lässt sich gut kalibrieren (bzw. profilieren), dazu unten etwas weiter mehr.

Verstellmöglichkeiten des BL2410

ein Monitor zur Bildbearbeitung

Hier sehen Sie meinen BenQ, den ich primär zur Bildbearbeitung nutze und ansonsten zum Video-Schauen. Der Standfuß besitzt ein eingebautes Gewicht, wodurch er sicher auf dem Tisch zum Stehen kommt. Die Säule lässt sich in beide Richtungen etwas drehen. Auf dem Foto ist die Maximalstellung nach links bereits eingestellt.

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Durch das Loch in der Säule kann man übrigens sehr gut die Anschlusskabel verlegen.

mein BenQ-Monitor zur Grafikbearbeitung

Für die Grafikbearbeitung mag ich es natürlich nicht, wenn man ständig nach oben blickt. Den Monitor kann man an der Säule bis nach ganz unten zum Fuß „hinunter ziehen“ – stufenlos.

*Gekonnte Lichtführung bei Porträts. In diesem Buch wird ein wesentlicher aber leider zu oft vernachlässigter Bestandteil der Porträtfotografie behandelt: Das Licht. Doch mit der Art des Lichts verändert man den Charakter einer porträtierten Person radikal: von Schlafzimmermime bis dämonisch. Auf Amazon kann man einen Blick in dieses Lehrbuch werfen.

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schwenken des Monitors

Wie Sie sehen, kann der Monitor auch nach oben geschwenkt werden (maximale Stellung). Auch nach unten lässt er sich schwänken, jedoch nur um einige wenige Grad. Mehr ergibt in den meisten Positionen ohnehin keinen Sinn.

der günstige Monitor von BenQ

Hier sehen Sie die klassische Draufsicht auf diesen relativ günstigen Monitor. Auch hier ist die Höhenposition am Maximum.

Drehen des Monitors

Der BenQ BL2410 lässt sich drehen! Schauen Sie einmal:

gedrehter Monitor

Man kann das Gerät bequem um 90° drehen und erhält so einen Hochkant-Monitor. Für meine eigene Arbeit (Bildbearbeitung) ergibt dies keinen Sinn, es sei denn, man möchte ein Hochformatfoto bearbeiten und dieses eben sehr groß in der Ansicht haben.

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BenQ liefert ein kleines Programm (nur für Windows) mit, mittels welchem sich der Desktop automatisch drehen kann, wenn man den Monitor zum Hochkant dreht. Man kann das Drehen aber auch manuell in den Eigenschaften der Grafikkarte einstellen. Letzteres ziehe ich vor, da ich so wenige (Autostart-) Programme wie möglich zulasse, um die Leistung meines Computers möglichst hoch zu halten.

Ferner gehört zum Lieferumfang des billigen günstigen BL2410PT ein Farbprofil des Monitors (auf der CD), welches im Betriebssystem installiert werden sollte, um eine möglichst realistische Farbeinstellung zu gewährleisten. Dies ist nicht unbedingt nötig oder gar ausreichend für eine absolut korrekt eingestellte Farbwiedergabe (bei jedem Monitor) und ich nutze dieses Farbprofil daher auch nicht, denn ich erstelle mir immer ein eigenes, völlig individuelles, indem ich den Monitor mit einem sogenannten „Colorimeter“ kalibriere:

Kalibrierung des BenQ Grafik-Monitors

Schauen Sie sich einmal dieses Foto an:

Kalibrierung des Benq Monitors

Hier sehen Sie den Monitor sowie meine „Spyder-Kalibrierungs-Spinne„. Sie haben auch Einblick in das On-Screen-Menü des BL2410. Dort lassen sich eine Vielzahl an Einstellungen vornehmen – unter anderem auch die Einstellungen der drei Farbkanäle RGB, die für ein Kalibrieren recht wichtig sind und die nicht grafikbearbeitung-taugliche Monitore nicht besitzen.

*Ein Colorimeter wie der Spyder 4 zum Kalibrieren eines jeden Monitors (auch Laptop) ist unbedingte Voraussetzung, wenn spätere Drucke genau so aussehen sollen, wie man sie vorher am Computerbildschirm wahr genommen hat. Zum gewohnt günstigen Preis bei Amazon.

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Dinge, die man zur Bildbearbeitung am Monitor deaktivieren sollte

Wie gesagt, besitzt der Monitor eine Vielzahl an Einstellungen. Was eigentlich ein Vorzug des BenQ sein soll, ist für die Bildbearbeitung nicht zu empfehlen: Das automatische Ändern der Helligkeit sowie das automatische Ändern der Farbtemperatur. Beides muss hierbei immer auf einen festen (neutralen) Wert belassen werden! Dies kann man aber recht einfach deaktivieren.

Der BenQ BL2410 besitzt an der Vorderseite einen Sensor, der zum einen die Stärke des Umgebungslichtes misst sowie feststellt, ob sich jemand vor ihm befindet. Verlässt man den Arbeitsplatz, kann sich der Monitor automatisch verdunkeln. Ich benötige so etwas nicht.

Ferner sind zwei kleine Lautsprecher eingebaut, die man z. B. zum Musik hören verwenden kann. Auch diese Funktion nutze ich selbst nicht, da ich immer meine „Anlage“ am Laptop angeschlossen habe.

Aufteilen des Arbeitsbereiches

Eine weitere ganz fantastische Eigenschaft, die ich an einem solchen externen Monitor sehr zu schätzen weiß, ist das Aufteilen bzw. „Splitten“ des Arbeitsbereiches, wenn man z. B. einen Laptop verwendet:

zwei Monitore gleichzeitig benutzen

In der Bildbearbeitung schiebe ich einfach die Werkzeuge auf den kleinen „farbfalschen“ Laptopmonitor und behalte nur die Bildansichten auf meinem externen, kalibrierten Monitor. So habe ich auf diesem richtig viel Platz für die Fotos und einen ebenso großen für die Werkzeuge von Photoshop auf dem Monitor meines Laptops.

*Der Nachfolger des 2410er ist der BenQ BL2420PT. Für einen Bruchteil des Preises für professionelle Monitore bietet er ebenfalls eine nahezu 100%ige sRGB-Abdeckung und ist zudem kalibrierbar, besitzt also wichtige Eigenschaften für die Grafikbearbeitung am Computer. Gesehen auf Amazon.

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Natürlich können auf letzterem auch noch andere Fenster angezeigt werden (z. B. ein Chat-Programm), ohne dass etwas von der Bildbearbeitung überdeckt wird. Hierzu hatte ich jüngst ebenfalls einen Beitrag geschrieben: Zwei Monitore gleichzeitig nutzen.

Alternative

Mir ist noch eine Alternative auf meiner Suche nach einem günstigen Monitor für die Bildbearbeitung begegnet, wenn man weniger als 300 € ausgeben möchte: Der Asus PA248q. Dieser Monitor deckt ebenfalls den sRGB-Farbraum vollständig ab. Jedoch habe ich mit dem Asus selbst keine persönlichen Erfahrungen machen können. Man kann ihn sich auf der Suche zum Vergleich ebenfalls ansehen.

Fazit

Ich selbst bin sehr zufrieden mit diesem doch sehr günstigen Monitor, den man durchaus für eine anspruchsvolle Bildbearbeitung nutzen kann. Beim Kalibrieren reichte es (fast), wenn ich in den Farbeinstellungen lediglich alle Farben auf „Normal“ stellte und erhielt dadurch bereits grünes Licht durch die Kalibrierungssoftware. Es musste also kaum etwas nachjustiert werden (dies ist aber je nach Grafikkarte und Betriebssystem unterschiedlich). Ich stellte den BenQ auch direkt neben einen teuren Eizo und verglich das selbe Bild in Photoshop: Unterschiede waren kaum zu sehen. Klar, es sah etwas anders aus, die Farben jedoch waren bei beiden Geräten gleich. Das Bild des BenQ BL2410 wirkte auf mich sogar noch etwas besser (tatsächlich: Ich schleppte den Monitor extra mit an die Uni).

Was das Kalibrieren anbelangt, habe ich einen gesonderten Artikel auf diesem Blog verfasst.

Ich kann den BenQ BL2410PT jedenfalls durchaus weiter empfehlen. Ich habe mit diesem günstigen Monitor den gesamten Postprozess durch: Bildbearbeitung am PC sowie den tatsächlichen Ausdruck durch einen Dienstleister: Die fertigen Bilder sehen auf dem Papier genau so aus wie sie auf dem Monitor wirkten. Unschöne Überraschungen wie ein „rosa Himmel“ (weil der Monitor zu kühl anzeigt) und dergleichen gab es nicht (sonst würde ich jetzt auch nicht diesen Artikel eintippen).

Artikeldatum: 19.09.2015 / letzte Änderung: 9. Mai 2017

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