Konventionelles, Unkonventionelles, Tipps und Tricks zur Fotografie

Monitor kalibrieren mit dem Spyder 3

In diesem Beitrag möchte ich meine Arbeitsweise demonstrieren, wenn es darum geht, meinen Monitor und meinen Laptop-Monitor mit einem Kalibrierungsgerät für richtige Farbwiedergabe zu kalibrieren sowie zu profilieren. Beides ist für die Bildbearbeitung wichtig.

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den Monitor kalibrierenMein Spyder 3 im Einsatz. Damit lässt sich der Monitor perfekt auf einen Standardwert kalibrieren. Im Bild ist ersichtlich, dass die R G B Werte noch nicht stimmen bzw. noch nicht exakt ausgeglichen sind. Das Auge sieht so etwas kaum, der Spyder sehr wohl.

Ich habe jahrelang ausschließlich S/W-Fotografiert – d. h. analog auf fotografischem Film (was ich im Übrigen immer noch tue). Hier vergrößere ich die Bilder im eigenen Schwarzweißlabor. Seit einiger Zeit jedoch arbeite ich immer mehr mit Farbfilm bzw. mit der Farbfotografie. Hier gehen meine Bilder zwangsläufig durch den Computer.
Zunächst musste ich mich gehörig in die Bildbarbeitung bzw. Photoshop einarbeiten. Denn all das, was ich vorher im Schwarzweiß-Sektor bereits beherrschte (nach dem Scan vom Originalabzug: Tonwertkorrektur, Farbprofil einbetten, Ausschnitt wählen) ist bei der Farbfotografie zwar keinesfalls unnötig. Doch eine Sache war mir bisher technisch nie begegnet: Das Ausfiltern bzw. das Farbmanagement. Auf dem Gebiet der Farbkorrektur bedurfte es viel Nachholbedarf. Nötiges Wissen hatte ich mir hierzu dann angeeignet. Denn das Festlegen einer einheitlichen Farbbalance ist eine Wissenschaft für sich. Doch was war das? Der zarte, blasse Himmel meiner Fotografien hatte auf einem anderen Monitor plötzlich einen Rosé-Stich! Auf einem anderen Computer kamen Hauttöne zu kühl (also ganz leicht bläulich). Dabei sehen die Bilder doch auf meinem eigenen Monitor sehr gut aus und ich investierte viel Zeit, was das „Color-Grading“ anbelangte. Es ist klar, was hier vor sich geht: Jeder Monitor zeigt Farben geringfügig anders an.

Einen Monitor kann man nur mit einem externen Hilfsmittel kalibrieren. Man kann ihn nicht korrekt per Auge einstellen, da ja allein schon jeder Mensch Farben geringfügig anders wahr nimmt.

Mein Kalibrierungsgerät: Spyder 3

Ich wollte hier gleich Nägel mit Köpfen machen und besorgte mir ein sogenanntes Kolorimeter, den „Spyder 3“. Hierbei handelt es sich um eine Art „Spinne“, die direkt vor / an den Monitor gehangen wird. Auf der Rückseite befinden sich lichtempfindliche Sensoren, die das vom Monitor abgegebene Licht / Bild messen und dieses Messergebnis an die Software weiter geben.

Spyder 3

Zunächst wird die Software des Spyder Kalibrierungsgerätes gestartet. Dann wird der Spyder auf die vorgegebene Stelle gehängt und dann kann es auch schon losgehen:

Farbe kalibrieren

Nun spielt das Programm des Kalibrierungsgerätes eine hohe Anzahl an Farben und Grauwerten sowie Schwarz und Weiß durch. Der Spyder 3 überprüft, wie diese technisch vorgegebenen Farben tatsächlich angezeigt werden. Das kann kein Auge in einer solchen Genauigkeit! In Worten wird hier ein Soll-Wert (diesen nennt man bisweilen auch „Target“) mit einem Ist-Wert verglichen. Der Soll-Wert ist z. B. ein eingespeichertes, ganz bestimmtes Grün. Der Ist-Wert ist das Grün, welches der Spyder sieht. Beides wird sich immer geringfügig unterscheiden und aus der Differenz wird ein Korrekturwert errechnet. Diese Korrektur wird fortan bei jedem Systemstart geladen.

Farbeinstellungen am Monitor

Das erste Kontrollwerkzeug für eine korrekte Farbballance: Die drei Farbregler hardwareseitig (oder ein Farbtemperaturregler). Man muss so lange mit ihnen justieren, bis die drei Balken (Rot, Grün, Blau) bei der Kalibrierungssoftware einheitlich hoch, sowie im Rahmen sind: Erst dann wird ein reines Weiß vom Monitor wiedergegeben. Geringfügige Änderungen können vom menschlichen Auge gar nicht erkannt werden. Der Spyder erkennt solche aber. Diesen Vorgang nennt man in diesem Zusammenhang kalibrieren. Die Kalibrierung kann nur hardwareseitig funktionieren und ist der erste Schritt. Dieser ist aber nicht nicht unbedingt notwendig! Bei vielen Monitoren oder bei Laptops geht das gar nicht. Wichtiger ist das anschließende „Profilieren“ (das Errechnen des Korrekturwertes).

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Ist der Kalibierungsdurchgang fertig – dieser Prozess dauert ca. fünf Minuten – folgt der nächste Schritt: Die Profilierung. Beim Profilieren werden wieder verschiedene Farben angezeigt bzw. vom Spyder gemessen. Danach wird ein individuelles Farbprofil (der Korrekturwert) angelegt bzw. ins System geschrieben. Beim Start des Computers wird jenes geladen. Nach dem Profilieren kann man sich mit der Spyder-Software noch einmal anzeigen lassen, wie der Unterschied zwischen dem nichtprofilierten System und der nun profilierten Arbeitsumgebung tatsächlich ist.

*Ein solcher Laptop-Kühler reduziert die Hitze-Entwicklung des Notebooks und sorgt so für längeres "Durchhalten". Die Cooler-Pads gibt es sehr günstig oder in komplexeren Ausführungen z. B. auf Amazon und schonen die Elektronik teurer Notebooks.

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Laptop-Monitor kalibrieren

Da nun, nachdem ich meinen kalibrierten Monitor an den Laptop angeschlossen hatte, ganz klar ersichtlich war, dass letzterer zum einen einen krassen Blaustich auslieferte und zum anderen viel zu hell eingestellt war, wollte ich auch den Laptop kalibrieren. Jedoch: einen Laptop-Monitor kann man nicht kalibrieren! Denn dieser besitzt ja gar keine Regler für die Farbausgabe und die Helligkeit. Man kann den Monitor des Laptops jedoch profilieren, also ein individuelles Farbprofil anlegen und die Standard-Farbwiedergabe so etwas verbiegen.

Ich habe aber immer Probleme gehabt, wenn ich eine Kalibrierung Profilierung des Laptop-Monitors vornehmen wollte: Das Ergebnis war immer leicht zu rotstichig. Ich konnte das Ergebnis ja einfach mit meinem kalibrierten externen Monitor vergleichen. Jener besitzt eine offenbar sehr wichtige Eigenschaft: Er lässt sich hardwareseitig in den Farben ändern. Bei meinem Monitor gibt es die drei Regler für die drei Grundfarben RGB (Rot, Grün, Blau). Hier kann ich sie individuell verändern, bis mir der Spyder eine ausgeglichene Balance signalisiert. Bei einem Laptop-Monitor gibt es solche Einstellungen nicht, zumindest nicht bei meinem.

Laptopmonitor kalibrieren

Abhilfe schaffte eine andere Software zum Profilieren (basICColor display 5; gibt es auch als Demo). Bei meinem Laptop erhalte ich damit ein besseres Profil, eine neutralere Anzeige. Doch generell hat das Profilieren meines Notebookmonitors Einschränkungen. Nur mein externer Monitor kann gescheit, d. h. farbrichtig, profiliert werden.

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Auf diese Weise erhalte ich einen sauber eingestellten Monitor, bei dem Grau tatsächlich als Grau wiedergegeben wird und alle Farben natürlich erscheinen.

Der Profilierungsvorgang sollte nach einigen Wochen wiederholt werden, denn während ein Monitor altert, verändert sich auch die Farbdarstellung.

Nur mit einem kalibrierten Monitor bzw. mit einem Profiliertem Computer-System ist gewährleistet, dass das Foto, welches man zu hause bearbeitet hat und welches man zum Druck wegschickt tatsächlich am Ende auf dem Papier auch die gleichen Farben besitzt, wie man sie seinerzeit auf dem Monitor gesehen hatte. Ich wollte mir gleich den Frust fehlerhafter, teurer Drucke ersparen und kaufte mir zu dem Preis verschwendeter Drucke besser gleich den Spyder Kolorimeter.

*Ein Colorimeter wie der Spyder 4 zum Kalibrieren eines jeden Monitors (auch Laptop) ist unbedingte Voraussetzung, wenn spätere Drucke genau so aussehen sollen, wie man sie vorher am Computerbildschirm wahr genommen hat. Zum gewohnt günstigen Preis bei Amazon.

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Weitere Tipps

Zwei weitere Punkte in diesem Zusammenhang: Zunächst stellt ein kalibrierter Bildschirm und ein profiliertes System die erste Voraussetzung dar, die bestehen muss, wenn die bestellten Drucke genau so aussehen sollen wie auf dem Computerdisplay. Weiterhin sollte man aber auch unbedingt erfragen, welches Farbprofil die Druckerei verwendet! Ein solches Farbprofil muss in die Grafikdatei eingebettet werden und es soll sich natürlich um das selbe Profil handeln, mittels dem später gedruckt wird. CEWE möchte zum Beispiel einfach nur das handelsübliche sRGB-Profil eingebettet haben. Dieses Farbprofil hat nichts mit dem eigenen via Spyder errechneten Farbprofil zu tun. Hier kommt es oftmals zu Verwirrungen.

Das bekannteste Farbprofil ist heute sicherlich „sRGB“. Bilder für Websites sollten immer mit dem sRGB-Profil gespeist sein. Beim Druck verwendet man jedoch Profile wie zum Beispiel „PhotoGamut“. Dies muss vorher in Erfahrung gebracht werden und bestehende Grafiken (mit einem anderen Profil) zunächst umgewandelt werden. Plötzlich wird man evtl. leichte Farbveränderungen feststellen. Zum Glück sieht man diese nun auf dem (kalibrierten) Monitor und nicht erst auf dem fertigen Druck. Diese Farbveränderungen müssten nun (erneut) korrigiert werden – aber diesmal im richtigen Farbraum.
Jetzt kann man ziemlich sicher sein, dass die Bilder auf dem Monitor genau so aussehen wie die späteren Drucke.

Start des Betriebssystems und Laden des persönlichen Farbprofils

Noch eine kurze Erklärung: Zunächst hatte ich meinen Monitor kalibriert (Farbregler und Helligkeitsregler). Der Spyder bzw. die Software führte mich durch den Vorgang. Im Anschluss wurde mein System (Monitor / Grafikkarte / Betriebssystem) profiliert. Auch diesen Vorgang unterstützt der Spyder 3 freilich bzw. führt den Bürger durch den Vorgang. Nach dem Profilieren erhalte ich ein individuelles Farbprofil für genau mein System. Dieses Farbprofil wird nun von der Spyder-Software automatisch bei Systemstart in das Betriebssystem „eingespeist“. Dies funktioniert auch bei mehren Monitoren bzw. mehreren individuellen Farbprofilen.

Artikeldatum: 3.08.2015 / letzte Änderung: 19. Juni 2017

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